Ankommen zwischen Dünen und Nordsee
Unser erstes Mal Dänemark. Andreas ist zunächst skeptisch: Strand ist nicht gerade sein Ding, schon gar nicht tagelanges Herumliegen. Nach unserer Saisoncamping-Erfahrung an der Mosel müssen wir aber dringend einmal weg. Also fahren wir mit dem Wohnwagen an die dänische Westküste. Nach unserer Erinnerung geht es ohne Zwischenübernachtung bis nach Vejers Strand.
Schon an der Rezeption erleben wir die erste Überraschung: Wir werden auf Deutsch begrüßt. Damit hatten wir nicht gerechnet. Die Gegend scheint bei deutschen Gästen sehr beliebt zu sein – vielleicht erklärt das den unkomplizierten Empfang.
Der Campingplatz liegt mitten in den Dünen. Manche Stellplätze befinden sich sogar oben auf den Dünen und sind etwas für Fahrzeuge, die dort auch hinaufkommen. Mit unserem Wohnwagen bekommen wir einen recht ebenen, gut zugänglichen Platz. Um uns herum die Dünenlandschaft, dahinter die Nordsee. Genau so hatten wir uns das vorgestellt.

Auch die Duschhäuser gefallen uns ausgesprochen gut: Fußbodenheizung, Familienbäder und Aufenthaltsräume. Vejers Strand Camping gehört zum gleichen Betreiber wie der nahe Hvidbjerg Strand Feriepark. Die gepflegten Einrichtungen passen dazu.
Zum Strand laufen wir ungefähr zehn Minuten durch die Dünen. Dort ist Platz, wirklich viel Platz. Für Kalle gibt es jede Menge zu entdecken. Und wer nicht laufen möchte, kann tagsüber mit dem Auto auf den Strand fahren. Das werden wir in diesem Urlaub noch ausnutzen.
Wenn wir heute an Vejers denken, sind wir uns einig: Für uns ist das der schönste Campingplatz, den wir bisher besucht haben.



Vejers: Fischbrötchen, Autostrand und ein Geburtstag
Wir schauen uns Vejers an. Der Ort ist klein, überschaubar und angenehm wenig überlaufen. Es gibt nette Boutiquen, eine Bäckerei, Eis und Restaurants. Viel mehr brauchen wir gar nicht. Das kleinere Vejers wächst uns während der Reise besonders ans Herz.
In der Ortsmitte entdecken wir die Räucherei. Tagsüber gibt es dort Fischbrötchen, die man draußen essen kann. Wir sitzen zusammen, Kalle ist dabei, und schon nach den ersten Bissen denken wir: Das sind die besten Fischbrötchen, die wir je gegessen haben. Zumindest fühlt es sich in diesem Moment genau so an.
Abends kann man hier auch im Restaurant essen. Das probieren wir allerdings nicht aus, denn bei unserem Besuch dürfen Hunde dort nicht hinein. Draußen mit Fischbrötchen sind wir ohnehin bestens versorgt.
An einem ruhigen Nachmittag fahren wir mit unserem Auto auf den Strand. Vejers Strand ist ein Autostrand – und mit dem eigenen Auto direkt am Meer zu stehen, ist für uns schon ziemlich cool.
Das Dachzelt ist auf dem Auto, bleibt hier aber geschlossen. Dafür packen wir die Küche aus, die zu unserer Dachzeltausrüstung gehört, und kochen uns einen Kaffee. Wir stellen die Klappstühle auf und machen es uns gemütlich. Andreas löst sein obligatorisches Kreuzworträtsel, wir trinken unseren Kaffee und schauen aufs Meer. Ein wirklich tolles Erlebnis.
Am Abend laufen wir durch die Dünen nach Vejers. Unterwegs liegen die Ferienhäuser zwischen den Dünen. Im Ort gönnen wir uns ein Eis, bevor es wieder zurück zum Campingplatz geht.
An Sabines Geburtstag steht die Sonne früh am Morgen tief über dem Campingplatz. Die Wohnwagen, die Dünen und unser Auto liegen im warmen Licht.
Wir schlendern durch die Dünen und lassen es ruhig angehen. Am Abend gibt es ein tolles Essen im Restaurant und dazu leckeren Wein. Satt und ein bisschen beschwipst lassen wir den Geburtstag ausklingen.
Und dann kam das Wasser
Das Loch im Boden unseres Stellplatzes hätte uns vielleicht skeptisch machen sollen. Sturm ist angekündigt. Wir sichern unser Markisenvorzelt ordentlich und denken, dass wir damit vorbereitet sind.
In der Nacht regnet es kräftig, und der Sturm rüttelt an Wohnwagen und Zelt. Es ist so laut, dass wir kaum schlafen können. Das Vorzelt hält zunächst. Am frühen Morgen lösen sich dann die Zeltwände.

Was passiert ist, verstehen wir erst, als Andreas hinausgeht: Er steht ungefähr zwanzig Zentimeter tief im Wasser. Der ganze Stellplatz ist überflutet. Da hält kein Hering mehr. Immerhin bleiben die Stützen der Markise stehen.
Am Morgen ist alles nass, was außerhalb des Wohnwagens liegt: Schuhe, Wäsche, Vorräte und natürlich das Vorzelt. So hatten wir uns den Tag wirklich nicht vorgestellt.
Ein Platzwart kommt mit seinem Geländewagen. Auf unsere Frage „What can we do?“ antwortet er trocken: „Swim!“ Später bringt er eine Tauchpumpe. Nun wissen wir auch, wozu das Loch im Boden gedacht ist.
Das Abpumpen löst unser Problem aber nicht ausreichend. Schließlich wechseln wir den Stellplatz. Ein harter Urlaubstag – und eine Geschichte, die wir so schnell nicht vergessen.
Dünen, Drachen und Tage ohne großes Programm
Zwischen unseren Ausflügen bleiben wir gern in der Nähe des Campingplatzes. Wir laufen durch die Dünen, sind am Strand und beobachten die Drachen. Der Wind gehört hier einfach dazu.
Bei unseren Strandspaziergängen begegnen wir auch einer Robbe.
Unser Wohnwagen steht inzwischen am neuen Stellplatz. Immer wieder geht es Richtung Strand und durch die Dünen. Genau dafür sind wir hier: draußen sein und den Tag ohne großes Programm verbringen.
An einem Morgen stehen die Hirsche am und auf dem Campingplatz. Mitten zwischen den Dünen begegnen wir ihnen hier ganz nah an unserem Urlaubsalltag.
Immer wieder zieht es uns an den Strand. Ein Kitesurfer nutzt den Wind. Für uns reicht es, zuzuschauen und mit Kalle über den Sand zu laufen.
Am Abend färbt sich der Himmel über dem Campingplatz rosa und orange. Wohnwagen und Auto stehen als dunkle Formen davor. Wir genießen den Abendhimmel, bevor das Licht wieder verschwindet.
Ribe: Fachwerk, Gassen und Dom
Für einen Ausflug fahren wir nach Ribe, ungefähr eine Stunde von Vejers entfernt. Die alte Stadt ist ein schöner Gegensatz zu den weiten Stränden und Dünen der vergangenen Tage.
Wir gehen durch schmale Gassen, vorbei an Fachwerkhäusern und kleinen Innenhöfen. Am Wasser dreht sich ein großes Mühlrad. Immer wieder gibt es eine Ecke, in die man noch kurz hineinschauen möchte.

Auch den Dom besuchen wir. Außen die verschiedenen Türme und Bauformen, innen das helle Kirchenschiff und das aufgehängte Schiffsmodell. Dazu kommen das Klostergebäude, weitere alte Häuser und der Hafenbereich mit seinen Booten.
Für eine Pause ist in Ribe ebenfalls gesorgt. Cafés und Restaurants gibt es genug. Wir gönnen uns Kaffee und Gebäck. Ribe ist für uns ein Ort, an dem man sich Zeit zum Bummeln nehmen sollte.


An der Küste Richtung Norden
An einem Tag fahren wir einfach einmal nach Norden. Unterwegs schauen wir uns die Landschaft an und entdecken weitere Strände. Nach unserer Erinnerung führt die Tour am Leuchtturm Lyngvig vorbei bis nach Thorsminde und anschließend wieder zurück.
Auch einem Militärfahrzeug begegnen wir an diesem Tag. Es passt zu der Gegend rund um den Truppenübungsplatz und zu den Eindrücken, die wir unterwegs sammeln.
Unterwegs sehen wir Strände und eine weite Landschaft mit Windrädern. Ein großer Ausflug muss nicht immer aus Besichtigungen bestehen. Heute geht es vor allem darum, die Küste außerhalb unseres kleinen Radius um Vejers kennenzulernen.
Blåvand: Bummeln, Zoo und Skizzenbuch
Auch Blåvand schauen wir uns an. Zwischen Vejers und dem bekannten Ferienort liegt ein großer Truppenübungsplatz. Einfach auf direktem Weg durchfahren geht nicht; wir müssen das Gelände umfahren.
Die militärische Nutzung gehört hier zur Umgebung. Während der Übungen hört man schon einmal Schüsse. Wenn ein Bereich gesperrt ist, bleibt er tabu. Gleichzeitig prägen Heide und Dünen die Landschaft, und es gibt viel Natur zu entdecken. Zur Brunftzeit Ende September lassen sich die Hirsche nicht nur sehen, sondern auch hören. Selbst auf dem Campingplatz kann einem früh am Morgen ein Hirsch begegnen.
Blåvand ist deutlich stärker auf Urlauber eingestellt als Vejers. Wir bummeln durch die Geschäfte und schauen uns den Ort an. Es gibt viel Auswahl, und ein dänischer Hotdog passt natürlich auch dazu. Unterwegs entdecken wir sogar einen kleinen Verkaufswagen für Brennholz – den Brændebussen.


Blåvand hat uns einiges zu bieten. Unser Favorit für den gemütlichen Spaziergang bleibt aber das kleinere Vejers.
Bei einem weiteren Ausflug haben wir uns den kleinen Zoo in Blåvand ausgesucht. Bei unserem Besuch dürfen Hunde mit hinein. Das macht ihn für uns zu einem möglichen Ausflugsziel mit Kalle.
Wir sehen unter anderem Papageien, Pfauen, Störche, Affen, Waschbären, Kamele und Otter. Einige Tiere sind neugierig, andere schauen uns eher gelassen an.

Unser Eindruck bleibt allerdings gemischt. Manche Gehege empfinden wir als recht beengt. Deshalb ist dieser Zoobesuch für uns kein uneingeschränktes Highlight, auch wenn es schöne Begegnungen und Motive gibt.
Zurück am Campingplatz nimmt Andreas sein Skizzenbuch zur Hand. Er zeichnet Tiere nach, die wir im Zoo gesehen haben, und koloriert die Zeichnungen mit Aquarell. So hält er die Eindrücke des Zoobesuchs auf seine eigene Weise fest.
Leuchtturm und Bunker bei Blåvand
Ein weiterer Ausflug führt uns nach Blåvand, diesmal an den Strand beim Leuchtturm. Der weiße Blåvandshuk Fyr ist schon von weitem zu sehen. Zwischen Dünen, Strand und Meer steht er als markanter Orientierungspunkt.
Wir laufen am Strand entlang und schauen uns die Bunker an. Die massiven Betonbauten sind Überreste des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg. Einige tragen heute Farbe und Graffiti.
Kalle läuft mit uns über den Strand. Dazu kommen Wolken, Sonne und immer wieder ein anderer Blick auf die Dünen. Blåvand ist also nicht nur der Ort mit den Geschäften und dem Zoo. Dieser Strandabschnitt gehört genauso zu unseren Erinnerungen.
Billund und eine Nacht im Dachzelt
Ab nach Billund. Legoland ist für uns irgendwie Pflichtprogramm, wenn wir schon in dieser Ecke Dänemarks sind. Für die Nacht haben wir einen Platz im Legoland Holiday Village gebucht. Diesmal bleibt es nicht beim Wohnwagen: Wir übernachten im Dachzelt auf unserem Volvo.
Zunächst schauen wir uns Billund an. Beim LEGO House stehen draußen große bunte Bausteine, und die Architektur fällt sofort auf. Hinein gehen wir nicht, denn Kalle darf bei unserem Besuch nicht mit. Deshalb bleibt es bei der Außenansicht. Außerdem sehen wir uns das Gebäude an, das wir mit der frühen LEGO-Geschichte verbinden.
Am Nachmittag steht unser Dachzelt im Holiday Village. Das Sonnensegel ist aufgespannt, Tisch und Campingküche sind aufgebaut. Vom Campingplatz ist es nur ein kurzer Weg zum Park.
Den Abend verbringen wir unter unserem Sonnensegel. Eine Lampe steht auf dem Tisch, und in der Pfanne braten Burger. Mit dem Dachzelt wird aus dem Ausflug nach Billund eine kleine Reise innerhalb unserer Reise.
Im LEGOLAND werden wir wieder zu Kindern
Noch am selben Nachmittag gehen wir bereits ins Legoland. Überall ist Halloween-Stimmung: Kürbisse, Skelette und entsprechend geschmückte LEGO-Figuren. Wir schauen uns eine Show mit Feuer und Rauch an.
Am nächsten Tag geht es erneut ins Legoland. Im Park dürfen bei unserem Besuch Hunde mit hinein, also ist Kalle wieder dabei. Wir werden zwischen all den bunten Bausteinen selbst ein bisschen zu Kindern.
Besonders lange schauen wir uns die Modellwelten an. Bekannte Gebäude, Hafenanlagen, Schiffe, Züge und ganze Straßenzüge sind aus LEGO nachgebaut. In vielen Szenen bewegt sich etwas. Man kann eine ganze Weile davorstehen und entdeckt trotzdem immer wieder ein Detail.
Dazu kommen Fahrgeschäfte, Themenbereiche und die Halloween-Dekoration. Wir entdecken das Riesenrad, bunte Figuren und die Attraktionen mit den kleinen Feuerwehrautos.
Natürlich schauen wir auch in die Geschäfte. Den Titanic-Bausatz finden wir schon sehr verlockend. Wir überlegen kurz – und lassen ihn dann doch stehen. Der Preis ist uns für diesen spontanen Einkauf zu hoch.

Ribe VikingeCenter: ein Ausflug in die Wikingerzeit
Ribe kennen wir inzwischen als Stadt. Bei einem weiteren Ausflug besuchen wir das Ribe VikingeCenter am Ortsrand. Die Bezeichnung „Center“ klingt für uns zunächst etwas nüchtern. Dahinter steckt aber ein lebendiges Wikingerdorf, das uns richtig gut gefällt.
Wir gehen zwischen Langhäusern, Bauernhäusern und einer nachgebauten Kirche umher. Viele Gebäude sind eingerichtet und begehbar. So bleibt es nicht bei einer schönen Fassade: Man kann hineingehen und sich anschauen, wie die Räume gestaltet sind.
Menschen in historischer Kleidung zeigen und erklären das Leben im Dorf. Es gibt Handwerk, Tiere und verschiedene Vorführungen. Vieles lässt sich auf Englisch besprechen, manches auch auf Deutsch.


Besonders eindrucksvoll ist die Greifvogelschau mit Eulen, Adlern und Falken. Daneben sehen wir Pferde, Schweine und Rinder, die ebenfalls zum Dorf gehören.
Ein Ausflug, für den es sich lohnt, Zeit mitzubringen. Für uns gehört das Ribe VikingeCenter zu den Orten dieser Reise, die wir gern weiterempfehlen.

Dänemark hat uns überrascht
Auch gegen Ende der Reise genießen wir die Tage in Vejers. Kalle schaut aus dem Wohnwagenfenster, und wir laufen wieder durch die Dünen zum Strand. Am Abend genießen wir noch einmal den farbigen Himmel über dem Campingplatz.
Dänemark hat uns überrascht. Aus Andreas’ anfänglicher Skepsis gegenüber einem Urlaub am Strand ist eine Reise mit vielen unterschiedlichen Erlebnissen geworden: kleine Orte, Fischbrötchen, Dünen, Stadtbummel und Ausflüge. Das Wasser auf dem Stellplatz hätten wir gern ausgelassen. Vejers Strand bleibt trotzdem ein Platz, an den wir ausgesprochen gern zurückdenken.
