Ankommen, während die Weinlese läuft
Am 11. September 2026 kamen wir gegen 16 Uhr am Château Arnaud de Jacquemeau an. Hinter uns lag die Fahrt von Clérey über Orléans und Limoges. Die letzten Kilometer führten durch Weinberge und kleine Straßen – und plötzlich waren wir genau dort, wo wir mit Henry einmal stehen wollten.
Dominique Dupuy war zunächst nicht zu sehen. Auf dem Weingut wurde gearbeitet; wir waren mitten in die Weinlese geraten. Andere Camper beruhigten uns: Wir sollten uns einen Platz suchen und am Abend zur Weinprobe kommen. So machten wir es bei diesem Besuch. Für eure eigene Anreise ist eine vorherige Absprache mit dem Gastgeber sinnvoll.
Zwischen den Reben statt auf einem Komfortplatz
Unser Stellplatz lag direkt zwischen den Weinreben. Der Blick machte für uns viel von diesem Aufenthalt aus. Hier standen wir auf einem arbeitenden Weingut, ohne das übliche Programm und die Ausstattung eines klassischen Campingplatzes.
Eine Toilette gab es in einem kleinen Hinterhof hinter einer Brettertür. Von außen erwarteten wir eher ein Plumpsklo; dahinter stand tatsächlich ein WC mit Wasserspülung. Einfach, aber für uns in Ordnung. Das Waschbecken war allerdings abmontiert. Wir hatten Toilettenpapier dabei und konnten uns anschließend in Henry die Hände waschen.
Wer hier übernachten möchte, sollte deshalb mit eigener Versorgung anreisen und die benötigte Infrastruktur vorher erfragen. Unsere Erfahrung beschreibt den Zustand im September 2026.
Weinprobe auf Deutsch und drei Flaschen für Henry
Um 18 Uhr begann unsere Weinprobe. Eine Freundin Dominiques führte durch die Verkostung. Sie sprach Französisch, Englisch und Deutsch; weil viele deutsche Gäste dabei waren, konnten wir einen großen Teil der Erklärungen auf Deutsch verfolgen.
Der Grand Cru von 2022 gefiel uns besonders gut. Eine Flasche davon kam mit, außerdem eine besondere gemeinsame Abfüllung mit einem befreundeten Weingut und ein gekühlter Rosé. Weinexperten wurden wir an diesem Abend natürlich nicht. Unsere Überlegungen zu Grand Cru und Grand Cru Classé im Video zeigen eher, wie viel es für uns noch zu lernen gab.
Ein Sonnenuntergang und eine fragwürdige Erfindung
Zum Abendessen gab es Steaks und Salat aus unserer eigenen Küche. Danach saßen wir zwischen den Reben, während die Sonne über dem Weinberg unterging. Genau solche Abende hatten wir uns für unsere Reise gewünscht.
Henry stehen lassen und Saint-Émilion erkunden
Wir blieben zwei Nächte, vom 11. bis zum 13. September. Am zweiten Tag ließen wir Henry auf dem Weingut stehen und liefen mit Kalle nach Saint-Émilion. Der Weg führte teils schön an den Reben entlang, teils aber ohne Gehweg direkt an der Straße. Besonders entspannt war das nicht; wir würden die Route vor einem nächsten Besuch genauer auswählen.
Von Macarons, steilen Gassen und der Monolithkirche erzählen wir im Reisebericht zu Saint-Émilion. Hier auf dem Weingut blieb uns vor allem der Abend mit der Weinprobe und Henry mitten zwischen den Reben in Erinnerung.
Wenig Komfort, und trotzdem ganz besonders.
Wer einen voll ausgestatteten Campingplatz sucht, ist hier nach unserer Erfahrung nicht richtig. Für uns machten die Stellmöglichkeit zwischen den Reben, die Weinprobe und die Begegnungen mit anderen Reisenden den Aufenthalt besonders. Wir mochten diesen unkomplizierten Einblick in ein arbeitendes Weingut sehr. Mit eigener Versorgung in Henry kamen wir gut zurecht – und der Sonnenuntergang über dem Weinberg gehörte zu den schönen Momenten unserer Reise.
