Folienbeschriftung für unseren Bus – mehr als Werbung
Noch bevor Henry innen zum Camper wurde, bekam er außen seinen eigenen Auftritt. Unser Ford ist auch Firmenfahrzeug für kranzkreativ. Deshalb sollte die Gestaltung unsere Arbeit zeigen und gleichzeitig zu einem Bus passen, mit dem wir reisen und draußen unterwegs sein möchten.
Mit Folienbeschriftung hatte ich beruflich schon lange zu tun. Bei meinem früheren Arbeitgeber im Messebau durfte ich dafür noch einmal die Werkstatt nutzen. Die Bedingung war eindeutig: Beschriften darfst du, Kranz – aber machen musst du es selbst.
Berge und Wegweiser: die Idee hinter dem Entwurf
Die Berge bestehen aus Höhenlinien. Dazwischen stehen Wegweiser mit unseren Leistungen wie Webdesign, Grafikdesign und Fotografie. Damit verbindet der Entwurf die Reiselust mit dem Gedanken, Kunden auf ihrem Weg zu begleiten.
Grau, Blau und Gelb greifen die Gestaltung von kranzkreativ und die vorhandenen Trail-Akzente auf. Das sollte zum kernigen Allradbus passen, durfte aber ruhig auch ein wenig verspielt sein. Ganz am Ende des Videos waren wir uns einig: Genau das passt zu uns.
Plotten, entgittern und übertragen
Die am Computer vorbereiteten Motive werden aus farbiger Folie geplottet. Der Plotter schneidet dabei die Konturen in die Folie, während das Trägerpapier darunter erhalten bleibt. Anschließend kommt alles weg, was später nicht auf dem Fahrzeug stehen soll. Dieser Schritt heißt Entgittern.
Sabine findet diese Fummelei fast meditativ. Bei mir nimmt die Begeisterung spätestens bei den Innenflächen kleiner Buchstaben ab. Trotzdem muss sauber gearbeitet werden: Am Ende dürfen nur die gewünschten Linien und Buchstaben auf dem Träger verbleiben.
Darüber kommt eine Übertragungsfolie. Sie hält die Einzelteile in ihrer Position, wenn das Trägerpapier abgezogen wird. In der Werkstatt konnten wir sie mit einer großen Walze aufkaschieren. So wurden aus vielen einzelnen Schnitten zusammenhängende Motive, die sich am Bus ausrichten ließen.
Vor dem Kleben wird gründlich gereinigt
Am Fahrzeug begann die Arbeit mit Putzen und Entfetten. Ich habe dafür einen Folienreiniger von Avery verwendet. Gerade auf einem neuen Fahrzeug können Rückstände sitzen, die einer dauerhaften Verklebung im Weg stehen.
Reiniger, Lack und Folie müssen zusammenpassen. Für die Verarbeitung sind die Hinweise des verwendeten Materials maßgeblich; Avery stellt dafür technische Verarbeitungsinformationen bereit. Eine trockene, saubere Oberfläche und die passende Verarbeitungstemperatur gehören dazu.
Die vorbereiteten Motive habe ich zunächst mit Magneten und Klebeband positioniert. Erst am Fahrzeug sieht man wirklich, wie Berge, Türfugen und Sicken zusammenspielen. Deshalb habe ich die Lage vor dem endgültigen Andrücken noch einmal korrigiert.
Große Motive in zwei Hälften verkleben
Bei den großen Seitenmotiven blieb zunächst eine Hälfte fixiert. Auf der anderen Seite konnte ich das Trägerpapier abziehen und die Folie anlegen. Damit blieb die Ausrichtung erhalten. Danach folgte die zweite Hälfte.
Mit der Filzrakel werden die Motive kontrolliert angedrückt. Die Übertragungsfolie zieht man anschließend wieder ab. Das im Video verwendete transparente Tape war für die vielen feinen Linien nicht meine Lieblingslösung; ein flexibleres Übertragungsmaterial hätte an manchen Stellen geholfen.
Beim Schneiden darf der Fahrzeuglack nicht beschädigt werden. Im Video bearbeite ich unter anderem Träger- und Übertragungsmaterial. Daraus sollte kein unbedachtes Schneiden direkt auf dem Lack werden.
Sicken und Heckklappe brauchen Geduld
An den Vertiefungen der Karosserie mussten die Linien sauber eingearbeitet werden. Das verändert die sichtbare Länge und Lage des Motivs ein wenig. Gerade bei einem Entwurf mit vielen feinen Konturen fällt das auf, wenn man vorher nur eine flache Zeichnung gesehen hat.
Die Heckklappe war der fummeligste Teil. Dort fühlte es sich zeitweise so an, als müsste ich jeden einzelnen Strich nacharbeiten. Mit Geduld hat es schließlich geklappt. Die zweite Fahrzeugseite folgte nach dem gleichen Prinzip.
Unser Fazit: Henry sieht jetzt nach uns aus
Die Beschriftung war ein schöner Auftakt für das ganze Projekt. Hier konnte ich etwas einbringen, das ich aus meinem Beruf gut kenne – bevor die vielen Ausbauarbeiten folgten, bei denen ich selbst erst lernen musste.
Das Ergebnis verbindet für uns Firmenwagen und Reisefahrzeug. Vielleicht sind die blauen Wegweiser ein wenig putzig für einen kernigen Allradbus. Aber warum eigentlich nicht? Sabine gefiel es, mir auch, und Henry hatte seinen eigenen Charakter.
