Das erste mal Dänemark
Andreas war skeptisch. Strand ist nicht gerade sein Ding, schon gar nicht tagelanges rumliegen am Strand. Trotzdem mussten wir nach unerer „Saisoncamping“-Erfahrung an der Mosel dringend „weg“.
Also ab zum Dühnencampingplatz „Vejer´s Strand“ an der Westküste.
Der Campingplatz liegt in den Dünen. Hat man ein Allrad-Fahrzeug, gibt es sogar Plätze auf den Dünen – was einfach toll ist! Mit unserem Wohnwagen bekamen wir dann einen „normalen“ Platz, recht eben und leicht zugänglich.
Der Campingplatz Veyer´s Strand hat den gleichen Betrieber wie der nahegelegene 6-Sterne-Platz „Hvidbjerg Strand Feriepark“. Das spürt man an den hervorragend ausgestatteten Duschhäusern, die mit Fußbodenheizung, Familienbädern und Aufenthaltsräumen keine Wünsche offen lassen.
Der Strand befindet sich hinter einer weitläufigen Dühne, etwa 10 Gehminuten vom Platz entfernt. Wer nicht hinlaufen möchte, fährt tagsüber einfach mit dem Auto oder Camper auf den Strand – ein besonderes Erlebnis!
Für uns der perfekte Campingplatz: Wilde Natur, tolle Duschhäuser und massig Auslauf für unseren Hunde Kalle.
Und dann kam das Wasser
Das Loch im Boden unseres Stellplatzes hätte uns skeptisch werden lassen müssen.
Strum war angekündigt, wir haben unser Markisenvorzelt ordentlich gesichert. Sollte also kein Problem sein.
Nachts rüttelte der Sturm an Wohnwagen und Zelt. So laut, dass wir kaum Schlafen konnten. Aber das Zelt hielt – dachten wir.
Am frühen morgen dann lösten sich die Zeltwände. Den Grund haben wir erst erkannt, als Andreas raus ging und 20 cm hoch im Wasser stand. Das hält kein Hering aus. Glücklichwerweise hielten zumindest die Stützen der Markise.
Am Morgen dann das Chaos: Alles Nass. Wirklich alles, was sich außerhalb des Wohnwagens befand. Schuhe, Wäsche, Vorräte. Und natürlich das Vorzelt selbst.
Ein Platzwart kam mit seinem Geländewagen. „What can we do?“…
Seine Antwort: „Swim!“
Als er dann mit der Tauchpumpe kam, wussten wir, wofür das Loch im Boden war.
Während das Wasser langsam ablief, zogen wir auf einen anderen Stellplatz um.
Die Umgebung
Vejer´s Strand liegt etwas oberhalb vom bekannten Ferienort Blåvand, getrennt von einem riesigen Truppenübungsplatz.
Hier finden auch durchaus Übungen statt, so dass man tagsüber schon mal Flagfeuer hört. Sind die Ampeln um das Gebiet „rot“, ist es gesperrt. Finden keine Übungen statt, ist es ein herrliches Heidegebiet, wo man ausgiebige Wanderungen und Radtouren unternehmen kann. Tausende Hirsche finden sich hier, und in der Brunft Ende September kann man die Herden nicht nur sehen, sondern auch deutlich hören. Ein wahres Naturschauspiel!
Und wer morgens früh aufsteht, entdeckt so manchen stolzen Hirsch auch auf dem Campingplatz.
Zum Einkaufen und Bummeln in zahlreichen Geschäften geht es entweder zu Fuß nach Vejer´s Strand oder mit dem Auto nach Blåvand. Beide Orte liegen Strandnah, wobei uns das kleinere und weniger überlaufene Vejer´s Strand ans Herz gewachsen ist.
Hier gibt es eine tolle Bäckerei, dänisches Eis, ein paar Geschäfte und die wohl beste Fischräucherei, in der wir je waren. Tolle Fischbrötchen, nette Atmosphäre und ein Aperol Spritz – schon sind wir glücklich!
Blåvand: Stand, Bunker und Zoo
Wer etwas sehen und erleben will, fährt nach Blåvand. Der Ort ist auf Touristen eingestellt und bietet Naturliebhabern, Wissenshungrigen und Familien mit Kindern alles, was einem die Zeit vertreibt.
An Dänemarks westlichstem Punkt steht der Blåvandshuk Fyr, ein Leuchtturm, der seit 1900 den Schiffen den Weg weist.
Am gleichen Strandabschnitt findet man auch zahlreiche Bunkeranlagen – Überreste des deutschen Atlantikwalls aus dem 2. Weltkrieg. Einige der Bunker wurden zu Kunstwerken, während man die Stellung Tirpitz heute besichtigen kann. Hier ist ein tolles Museum mit verschiedenen Dauerausstellungen entstanden.
Wir haben nur den kleinen Zoo besucht, da man hier mit Hunden rein kann. Der Zoo weckte in uns gemischte Gefühle, wir empfanden die Gehege teilweise als beengt.
Ribe
Etwa eine Stunde fahrt entfernt findet man die älteste Stadt Dänemarks: 860 suchte der Missionar Ansgar von Bremen einen Platz für seine Kirche, und baute sie schließlich in Ribe. Funde belegen, das Ribe eine der wichtigsten Handelsstädte war. Später wurde sie auch Bischofssitz. Heute leben etwa 8.000 Menschen in der Stadt, die unbedingt einen Besuch wert ist.
Man kann außerhalb parken, der historische Kern ist autofrei. Dafür erlebt man tolle Fachwerkhäuser und alte Gassen, das Kloster mit Kreuzgang und den Dom. Zahlreiche Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein.
Ab ins Legoland
Irgendwie Pflichtprogramm, dachten wir – und machten uns auf ins ca. 1,5 Stunden entfernte Legoland nach Billund.
Vorab haben wir eine Übernachtung (im Dachzelt) im Legoland Holiday Village gebucht – einem Lego-Campingplatz nur wenige Gehminuten vom Eingang entfernt.
Am ersten Tag ging es in die Innenstadt, wo man die erste Produktionsstätte von findet. Und auch das dominante LEGO House – einem interaktiven Museum zum mitmachen und bauen.
Hier sind keine Hunde erlaubt – also blieb es für uns die Außenansicht.
Im Legoland selbst sind aber Hunde erlaubt – also machten wir uns am zweiten Tag auf und mutierten zurück zum Kind.
Das Legoland bietet Familien und Kindern alles, was das Lego-Herz begehrt: Von Karussell bis Spielplatz, von Interaktion bis Shop.
Ein großer Bereich nimmt die Legowelt ein – viele bekannte Gebäude sind hier aus Lego nachgebaut, viel bewegt sich auch.
Wir haben kurz überlegt, den Titanic-Bausatz zu kaufen – der war uns aber dann doch zu teuer 😉
Ribe Viking Center
Auch wenn wir die Bezeichnung „Center“ etwas seltsam finden: Das lebendige Wikingerdorf am Ortsrand von Ribe ist unbedingt einen Besuch wert!
Hier findet man Langhäuser, Bauernhäuser und eine Kirche, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nachgebaut und eingerichtet. In dem Freilichtmuseum ist alles begehbar, Viele „Wikinger“ in realistischer Kleidung zeigen und erklären alles. Die Dänen sprechen alle englisch, viele auch deutsch.
Gaukler unterhalten mit Fakeln, und eine Greifvogelschau mit Eulen, Adlern und Falken sorgt für wissenswertes Staunen. Man kann Bogenschießen, weben, Pfeile bauen und so in das einfache Leben der Wikinger eintauchen.