Ein Tag am Drachenfels – Besuch aus Boston
2015 hatten wir besonderen Besuch: Andreas’ Schwester war mit ihren Kindern aus Boston zu Gast. Und wenn man in der Nähe von Königswinter wohnt, stellt sich die Frage gar nicht lange – man fährt auf den Drachenfels. Rhein, Geschichte, Burgen, Aussicht und ein bisschen Mythos: mehr „Rheinromantik“ geht kaum.
Die Zahnradbahn – Nostalgie auf Schienen
Los ging es mit der Drachenfelsbahn, der ältesten Zahnradbahn Deutschlands. Seit 1883 fährt sie vom Rheinufer hinauf in die Höhe – und fühlt sich auch heute noch ein bisschen an wie eine Reise in eine andere Zeit. Langsam zieht sich der kleine Zug den Berg hinauf, vorbei an Bäumen, Felsen und immer wieder mit Blicken auf den Rhein. Für unsere Gäste aus den USA war das schon das erste kleine Highlight.
Nibelungenhalle & Reptilienzoo – Drachen, Schlangen und Krokodile
Unten am Berg liegt die Nibelungenhalle, ein Ort, der irgendwo zwischen Mythos, Kunst und Kuriosität liegt. Die Halle zeigt Wandgemälde zur Nibelungensage – mit Drachen, Helden und sagenhaften Geschichten. Direkt daneben befindet sich der Reptilienzoo, wo Schlangen, Echsen und sogar Krokodile leben.
Hier bewachen die Tiere symbolisch den „Schatz der Nibelungen“ – für Kinder (und ehrlich gesagt auch für Erwachsene) ein ziemlich spannender Stopp.
Schloss Drachenburg – Märchen über dem Rhein
Mit der Bahn ging es weiter hinauf zum Schloss Drachenburg. Dieses Schloss wirkt wie aus einem Märchenbuch: Türme, Zinnen, große Fenster, direkt am Hang mit Blick über das Rheintal. Es wurde im 19. Jahrhundert erbaut, wirkt aber wie eine Mischung aus Ritterburg und Schlossromantik. Schon von außen ist es ein beeindruckendes Fotomotiv – und ein Ort, der bei Besuchern sofort dieses „Wow, sind wir hier wirklich in Deutschland?“ auslöst.
Bekannt ist es auch aus den „Bares für Rares“-Specials, im Winter wird es zudem märchenhaft illuminiert.
Der Drachenfels – Aussicht, Ruine und Rheinpanorama
Ganz oben wartet dann der eigentliche Höhepunkt: der Drachenfels.
Auf der Plattform eröffnet sich ein weiter Blick über den Rhein, Bonn, das Siebengebirge und bis weit ins Rheintal hinein. Gerade mit Gästen ist das der Moment, in dem alle still werden und einfach schauen.
Hier oben gibt es auch ein Restaurant, perfekt für eine kleine Pause mit Aussicht, und die Burgruine Drachenfels, die hoch über allem thront. Die alten Mauern erzählen von der langen Geschichte dieses Ortes – und davon, warum der Drachenfels seit Jahrhunderten eines der beliebtesten Ausflugsziele am Rhein ist.
Für unsere Gäste aus Boston war dieser Tag eine perfekte Mischung aus Natur, Geschichte, Aussicht und ein bisschen Mythos. Und für uns war es wieder einmal die Bestätigung: Der Drachenfels ist genau der Ort, den man zeigt, wenn man Besuch hat – weil er einfach alles vereint, was diese Region so besonders macht.
Drachenfels bei Nacht – ein Traum für Fotografen
Wer sich die Mühe macht, den Drachenfels nachts zu Fuß zu erklimmen, wird mit ganz besonderen Momenten belohnt. Wenn der Trubel des Tages verschwunden ist und nur noch der Wind durch die Bäume streicht, zeigt der Berg eine völlig andere Seite. Die beleuchtete Drachenburg, die Ruine auf dem Gipfel und die Lichter im Rheintal darunter ergeben eine Kulisse, die fast surreal wirkt.
Von oben blickt man dann auf ein Meer aus Lichtern: Bonn, Königswinter, die Rheinbrücken und die Schiffe, die wie leuchtende Punkte über den Fluss gleiten. Für Langzeitbelichtungen ist das ein Traum – Architektur, Landschaft und Bewegung verschmelzen hier zu einzigartigen Bildern.
Gerade diese ruhigen Nachtmomente machen den Drachenfels für uns so besonders. Er ist nicht nur ein Ausflugsziel am Tag, sondern auch ein Ort, der Fotografen mit Geduld und Neugier mit ganz besonderen Stimmungen belohnt.