Über den Vršič-Pass – zweimal durch eine der spektakulärsten Alpenlandschaften
Manche Straßen sind mehr als nur eine Verbindung von A nach B – der Vršič-Pass in Slowenien ist so eine. Für uns war diese Fahrt eines der absoluten Highlights unserer Reise. Und weil es so unglaublich schön war, sind wir ihn sogar zweimal gefahren.
Mit seinen 1.611 Metern Höhe ist der Vršič-Pass der höchste Gebirgspass Sloweniens. Die Straße verbindet das grüne Soča-Tal mit der Region rund um Kranjska Gora – und sie windet sich in insgesamt 50 nummerierten Kehren durch eine Landschaft, die einem immer wieder den Atem raubt.
Schon kurz nach dem Start beginnt das Schauspiel: dichte Wälder, steile Felswände, Wasserfälle und immer wieder diese unglaublichen Ausblicke auf die Julischen Alpen. Jede Kurve öffnet eine neue Perspektive – mal blickt man tief ins Tal, mal steht man plötzlich vor gewaltigen Felsformationen, die wie aus einer anderen Welt wirken.
Die berühmten Kopfsteinpflaster-Serpentinen auf der Nordseite machen die Fahrt zusätzlich besonders. Sie erinnern daran, dass diese Straße ursprünglich im Ersten Weltkrieg gebaut wurde – von russischen Kriegsgefangenen – und verleihen der Strecke einen fast historischen Charakter.
Ein besonders stiller und bewegender Ort entlang der Passstraße ist die Russische Kapelle. Sie liegt etwas versteckt im Wald und wurde zum Gedenken an die russischen Soldaten errichtet, die beim Bau der Straße durch eine Lawine ums Leben kamen. Zwischen hohen Bäumen, mit Kerzen, Ikonen und Holzarchitektur, strahlt dieser kleine Ort eine ganz besondere Ruhe aus – ein starker Kontrast zur wilden Bergwelt ringsum.
Oben auf dem Pass angekommen, kann man kaum glauben, wie weit man inzwischen gekommen ist. Die Luft ist klar, die Berge scheinen zum Greifen nah, und überall laden kleine Parkbuchten und Aussichtspunkte zum Anhalten, Staunen und Fotografieren ein.
Am Ende unserer Fahrt ging es hinunter ins Soča-Tal – und damit in eine völlig andere Welt. Unten schimmert der Fluss in seinem berühmten türkisfarbenen Wasser, eingerahmt von Felsen, Wäldern und kleinen Brücken. Nach der wilden, alpinen Passstraße wirkt das Tal fast sanft – aber nicht weniger spektakulär.
Warum wir den Pass gleich zweimal gefahren sind? Ganz einfach:
Beim ersten Mal waren wir so überwältigt, dass wir kaum genug bekommen konnten. Beim zweiten Mal haben wir bewusst langsamer gemacht, öfter angehalten, mehr geschaut – und ihn noch intensiver erlebt.
Der Vršič-Pass ist keine Straße, die man einfach „abfährt“. Er ist ein Erlebnis, eine Reise durch Geschichte und Natur – und für uns einer dieser Orte, die man nie wieder vergisst.