Was für eine Überraschung.
Eigentlich sollte unser neuer Bus erst im Januar kommen. Stattdessen stand er schon vor Weihnachten vor uns: ein Ford Transit Custom Trail mit Allrad, aus dem nach und nach unser eigener Campingbus werden soll. Sabine hat ihn mit ausgesucht; ich hatte während der Wartezeit natürlich längst begonnen, den Ausbau maßstabsgetreu zu planen.
Bisher zog vor allem Sabines Volvo XC60 unseren Tabbert PANTIGA 550 E. Dazu kam zeitweise ein Dachzelt für kleine Abstecher ohne Wohnwagen. Jetzt wollten wir ein Fahrzeug, das zugleich als Firmenwagen für kranzkreativ funktioniert, den Wohnwagen zieht und uns unabhängig davon spontane Übernachtungen ermöglicht.
Warum wir uns für einen kurzen Allrad-Transporter entschieden haben
Uns war wichtig, dass der Bus im Alltag handlich bleibt. Deshalb haben wir die kurze Version gewählt. Der Laderaum setzt dem Ausbau zwar Grenzen, dafür möchten wir mit Henry auch Kundentermine, Einkäufe und normale Parkplätze bewältigen können.
Der Diesel mit Allrad passte zu unserem geplanten Reiseeinsatz und dem Wohnwagenbetrieb. Wir mögen elektrisches Fahren durchaus; für dieses Fahrzeug fiel die Entscheidung trotzdem anders aus. Das ist unsere damalige Abwägung, kein allgemeines Urteil gegen andere Antriebe.
Eine Präzisierung zum Video: Die dort beschriebene Generator-Erklärung des Plug-in-Hybrids lässt sich nicht auf den aktuellen V710 übertragen. Ford beschreibt dessen Hybridantrieb mit einem 2,5-Liter-Benzinmotor und elektrischer Unterstützung. Für das jeweilige Modelljahr sind die Ford-Unterlagen maßgeblich.
Unsere Konfiguration: bewusst für unseren Ausbau gewählt
Die Farbe Grey Matter und die Trail-Optik gefielen uns sofort. Besonders wichtig waren uns die Heckklappe, zwei einzelne Vordersitze und die Vorbereitung für eine spätere Standheizung. Die Heckklappe soll über unserer Auszugsküche Schutz bieten; der Beifahrersitz soll sich später zum Wohnbereich drehen lassen.
Wir haben außerdem den größeren 70-Liter-Tank, einen zusätzlichen Kraftstoffanschluss, adaptive Matrix-LED-Scheinwerfer, das Schlechtwege-Paket 2, die elektrisch schwenkbare Anhängevorrichtung und Technologie-Paket 6 gewählt. Dazu kamen unter anderem Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung, der digitale Rückspiegel, die Alarmanlage sowie zusätzliche Anschlüsse und Ablagen.
Nicht alles, was wir beim Bestellen interessant fanden, war kombinierbar. Auf die Doppelsitzbank haben wir zugunsten des Einzelsitzes verzichtet. Auch die ausladende Mittelkonsole mit Ladeschale wollte ich wegen meiner Beinfreiheit nicht. Die Paketnamen und Kombinationsmöglichkeiten beziehen sich auf unsere Bestellung; spätere Konfiguratoren können anders aussehen.
Digitales Cockpit und die Extras, die uns Freude machen
Ich gebe zu: Technische Spielereien machen mir Spaß. Die 360-Grad-Ansicht erleichtert mir das Rangieren mit dem Bus. Besonders praktisch finde ich den Blick auf die Anhängerkupplung. Apple CarPlay verbindet sich bei uns kabellos, und über die Lenkradheizung freuen wir uns inzwischen beide.
Der digitale Rückspiegel ist ein teures Extra, für uns aber interessant, weil später Möbel und Ausbau die direkte Sicht nach hinten einschränken können. Er zeigt ein Kamerabild statt ausschließlich der Spiegelung. Im Alltag muss man trotzdem schauen, wie Dachzelt und Heckträger die Kamerasicht beeinflussen.
Auch das adaptive Licht haben wir bewusst gewählt. Welche Funktionen ein Ausstattungsstand tatsächlich bietet, würde ich anhand der Fahrzeugunterlagen prüfen; beim ersten Rundgang im Video war selbst mir noch nicht jede Funktion vertraut.
Vom leeren Laderaum zum Campingbus
Hinten war Henry zunächst ein klassischer Transporter mit Trennwand und einfachen Verkleidungen. Aus dem Raum soll ein Ausbau für uns beide und Kalle entstehen: mit Stauraum, einer umbaubaren Sitz- und Schlaflösung, einer Auszugsküche und einem Dachzelt.
Die werkseitigen starren Seitenfenster haben wir nicht gewählt. Stattdessen planen wir nachrüstbare Fenster, die sich zum Lüften öffnen lassen. Unter den Vordersitzen möchten wir den begrenzten Raum für Batterie und Heiztechnik nutzen. Die Stromversorgung, Wasserinstallation, Dämmung und Möbel kommen Schritt für Schritt dazu.
Die Aussagen im Video zur Trennwand und zur späteren Zulassung waren zu pauschal. Ob eine Trennwand entfernt werden darf und welche Änderungen begutachtet werden müssen, hängt vom konkreten Fahrzeug und Umbau ab. Das sollte vorab mit einer Prüfstelle geklärt werden. Eine Übergangszeit bis zur nächsten Hauptuntersuchung ist keine automatische Freigabe; Ladung und Einbauten müssen jederzeit sicher befestigt sein.
Die ersten persönlichen Details: unsere Fußmatten
Noch bevor der eigentliche Ausbau begann, wollten wir passende Fußmatten. Bestellt hatten wir zunächst eine Premium-Ausführung mit gelben Nähten und unserem Schriftzug. Dann las ich, dass die gewählte Rückseite eher für einen bereits vorhandenen Teppichboden gedacht war. Henry hat dort einen glatten Kunststoffboden.
Nach Rücksprache mit dem Anbieter haben wir deshalb auf die Variante „Luxury“ mit gummierter Rückseite gewechselt. Bei der Lieferung fehlten die ursprünglich erwarteten gelben Doppelnähte. Der erste Moment war enttäuschend – eingelegt gefiel uns die schwarze Ausführung dann aber gut, gerade weil Fahrer- und Beifahrermatte direkt aneinanderstoßen.
Falls ihr ebenfalls bestellt: Prüft Bodenart und Befestigungspunkte am eigenen Fahrzeug. Bei uns beträgt der Lochabstand auf der Fahrerseite 32 cm. Die passenden Bezugsquellen findet ihr unten.
Unser Start in ein neues Ausbauprojekt
Dieses erste Video hält vor allem unsere Vorfreude fest. Der Bus war noch leer, viele Lösungen waren erst Ideen, und einiges mussten wir selbst noch kennenlernen. Genau das wollten wir zeigen: wie aus unserem Ford Schritt für Schritt Henry wird.
Die Grundlage passte für uns: ein alltagstauglicher Transporter mit genug Möglichkeiten für unsere Reisen. Ab jetzt ging es ans Beschriften, Schrauben, Dämmen, Planen – und sicher auch ans gelegentliche Fluchen.
