Les Machines de l’île – Nantes’ faszinierende Fantasiewelt
Nantes selbst hat uns ehrlich gesagt nicht wirklich überzeugt. Irgendwie sprang der Funke nicht über. Umso größer war die Überraschung, als wir bei den Les Machines de l’île ankamen – und plötzlich in einer völlig anderen Welt standen.
Auf dem ehemaligen Werftgelände an der Loire ist hier seit den frühen 2000er-Jahren eine riesige, mechanische Fantasiewelt entstanden. Die Künstler François Delarozière und Pierre Orefice haben sich dabei von der Industriegeschichte der Stadt und von Jules Verne, der aus Nantes stammt, inspirieren lassen. Herausgekommen ist eine Mischung aus Kunst, Technik und Theater, die irgendwo zwischen Steampunk, Jules Verne und Mad Max liegt.
Der berühmte große Elefant war an unserem Besuchstag leider nicht unterwegs – schade, denn dieses riesige, laufende Wesen ist eigentlich eines der Highlights. Aber auch ohne ihn gab es mehr als genug zu entdecken. In der Galerie der kleinen Maschinen standen überall mechanische Kreaturen: Insekten, Vögel, Meereswesen und Fantasietiere. Viele davon bewegen sich, knarren, klappern, heben Flügel oder drehen Köpfe. Man sieht Motoren, Zahnräder und Hebel – nichts ist versteckt, alles lebt und arbeitet sichtbar.
Was uns besonders fasziniert hat, ist diese rohe Ästhetik. Keine glatten Oberflächen, kein Hochglanz – stattdessen Metallplatten, Schrauben, Schweißnähte. Genau das macht diesen Ort so intensiv. Es fühlt sich an, als würde man durch eine Werkstatt laufen, in der gerade eine neue Welt erschaffen wird.
Ein weiteres Herzstück ist das riesige Karussell der Meereswelten (Carrousel des Mondes Marins). Dieses mehrstöckige Karussell ist bevölkert von mechanischen Tiefsee-Kreaturen: riesige Fische, Krabben, Seeschlangen und Fantasiewesen, die sich drehen, bewegen und teilweise sogar Dampf ausstoßen. Schon das Zusehen ist ein Erlebnis – wie ein lebendiges Kunstwerk.
Auch wenn Nantes selbst uns nicht wirklich abgeholt hat, waren die Les Machines de l’île eines der spannendsten Erlebnisse unserer Reise. Ein Ort, der mutig, verspielt und komplett anders ist – und den man garantiert nicht so schnell vergisst.