Eine Dachplattform für Zelt, Zubehör und unsere Pläne
Vier Pakete standen vor mir, und ich wusste zwar, wie das Ergebnis aussehen sollte – aber noch nicht, welches Teil wohin gehört. Henry bekam einen Rolling-Space-Dachträger für den kurzen Ford Transit Custom V710. Vorne wollten wir eine kleine Plattform, hinten Platz für das Dachzelt. Später sollten Markise, Duschzelt und weitere Ausrüstung dazukommen.
Kennengelernt hatten wir Rolling Space auf der Messe in Düsseldorf. Uns gefielen die niedrige Bauweise und das Baukastensystem. Dass die Konstruktion dicht am Fahrzeugdach sitzt, sieht gut aus. Bei der Montage lernt man allerdings auch die Kehrseite kennen: Für Hände und Werkzeug bleibt wenig Platz.
Was wir bestellt haben und warum nicht überall Platten liegen
Unser Satz bestand aus fahrzeugspezifischen Seitenteilen, fünf Querträgern, Windabweiser, Befestigungsmaterial und den zusätzlich gewählten Modulplatten. Die Querträger tragen später Plattform und Aufbauten. Die Platten werden zwischen ihnen in Fahrzeugrichtung angeordnet und bieten weitere Befestigungspunkte.
Unter dem Dachzelt brauchten wir keine vollständig geschlossene Plattform. Deshalb haben wir nur die Bereiche mit Platten bestückt, die wir tatsächlich nutzen wollten. Das spart gegenüber einer Vollbestückung Geld und Gewicht. Für eine geschlossene Seitenansicht habe ich außerdem schmale, etwa sieben Zentimeter breite Platten gewählt.
Bei einzeln bestellten Platten müssen Länge und Querträgerabstand zusammenpassen. Statt einer langen Liste aller Varianten ist für die Planung vor allem wichtig: Erst den eigenen Aufbau festlegen, dann die passenden Platten auswählen. Die sechs vorhandenen Herstellerbilder zeigen unterschiedliche Bestückungen.
Fotos: Rolling Space
Vormontage am Boden macht vieles leichter
Die beiden Trägerhälften habe ich zunächst am Boden zusammengesteckt. Nutensteine müssen rechtzeitig in die Profile, bevor später ein anderes Bauteil den Zugang versperrt. Die Verbindungen blieben zunächst nur so weit angezogen, dass sich alles noch ausrichten ließ.
Den Windabweiser würde ich heute ebenfalls möglichst vollständig am Boden vorbereiten. Ich habe ihn später auf dem Dach festgezogen und kam dabei nur noch mühsam an die Schrauben. Genau solche Kleinigkeiten kosten am Ende mehr Zeit als der eigentliche Zusammenbau.
An den originalen Dachpunkten befestigen und abdichten
Am Ford werden die werkseitigen Befestigungspunkte genutzt. Nach dem Entfernen der Abdeckstopfen haben wir die Bereiche gereinigt. Die mitgelieferte Dichtmasse und die jeweils passenden Gummiunterlagen kamen an die vorgesehenen Stellen. Die unterschiedlichen Unterlagen sollte man vorher den Füßen zuordnen.
Sabine half beim Aufsetzen. Allein wäre mir das mit den vormontierten Teilen zu unhandlich gewesen. Auch am Fahrzeug haben wir zunächst Spiel zum Ausrichten gelassen. Erst als beide Hälften und die verbindenden Platten zueinander passten, konnten die Abstände endgültig eingestellt werden.
Die verbindliche Reihenfolge, Abdichtung und Anzugsmomente stehen in der fahrzeugspezifischen Aufbauanleitung beim Hersteller. Unser Video zeigt unseren Ablauf, keine universellen Schraubenwerte für alle SpaceRack-Versionen.
Ausrichten, festziehen und die Plattform schließen
Wir haben den seitlichen Überstand gemessen und die Querträger vermittelt. Mit probeweise aufgelegten Platten ließ sich kontrollieren, ob die Abstände stimmen. Erst danach wurden die Verbindungen endgültig angezogen.
Der flache Aufbau machte sich nun bemerkbar. Mit meiner Ratsche kam ich nicht überall hin, und selbst der Inbusschlüssel war zu lang. Im Video kürze ich einen Schlüssel, um überhaupt an die Verbindung zu gelangen. Passendes Werkzeug vorher bereitzulegen, erspart an dieser Stelle einiges an Fluchen.
Danach folgten die Platten der vorderen Plattform und die Endkappen. Deren zusätzliche Breite hatte ich beim bündigen Ausrichten zunächst nicht berücksichtigt. Also noch einmal lösen, korrigieren und wieder festziehen. Das Ergebnis gefiel mir dann ausgesprochen gut.
Dachzelt und Dachfenster müssen zusammen geplant werden
Schon während der Montage war klar: Unsere Dachzeltbefestigung wird keine Lösung, die man erst ganz am Ende beiläufig auswählt. Durch die niedrige Plattform sind die üblichen Schienen und Gegenhalter von unten schwer erreichbar. Außerdem lag ein Querträger dort, wo wir später den Innendurchstieg haben wollten.
Rolling Space bietet dafür eigene Dachzelthalter und das Schnellwechselsystem SpaceSnap. Ein schnell abnehmbares Zelt ist praktisch, bringt aber zusätzliche Bauteile und Aufbauhöhe mit. Meine damals im Video gezeichneten Seitenwinkel waren zunächst nur eine Idee, deren Ausführung noch zu klären war.
Die Tragfähigkeit des Trägers ist nicht automatisch die erlaubte Dachlast des Fahrzeugs. Eigengewicht, Dachzelt und sämtliches Zubehör zählen zusammen. Dynamische Last während der Fahrt und statische Belastung im Stand müssen für Fahrzeug, Träger und Zelt getrennt passen. Tragende Profile oder Befestigungen dürfen nicht einfach nach Gefühl verändert werden.
Was später noch aufs Dach soll
Unsere Planung ging weit über das Zelt hinaus: eine Markise an der Seite, ein Duschzelt, eventuell Beleuchtung und Solar. Die kleine Plattform vor dem Dachzelt wollten wir erhalten. Die Öffnungsrichtung des Zelts sollte außerdem zu unserer Heckküche und der geplanten Ausrichtung zur Sonne passen.
Bevor das Dachzelt endgültig positioniert wurde, kam deshalb erst der Fahrradträger an die Heckklappe. Mit aufgeladenen Rädern mussten wir prüfen, wie viel Platz beim Öffnen bleibt. In den Kommentaren wurde außerdem zu Recht nach dem Kamerabild des digitalen Rückspiegels gefragt – auch das gehört zur Gesamtplanung.
Fotos: Rolling Space
Unser Fazit nach der Montage
Der Träger sitzt flach auf Henry und gefällt uns optisch sehr gut. Seine Stärke ist für uns die Möglichkeit, die Fläche passend zu unserem Ausbau zu bestücken. Einfach nur auspacken, schnell festschrauben und fertig war es bei mir allerdings nicht.
Wetterpausen, das genaue Ausrichten und die engen Schraubstellen haben Zeit gekostet. Mit der Erfahrung würde ich heute mehr am Boden vorbereiten und Dachfenster, Zelt und Heckträger noch früher gemeinsam durchplanen. Genau dafür war dieser erste große Montageschritt aufschlussreich.
