Verdunklung, die wirklich zu Henry passt
Wer abends im Camper sitzt oder morgens noch ein bisschen schlafen möchte, braucht eine vernünftige Verdunklung. Für Henry wollten wir deshalb Thermomatten, die zu unseren Fenstern passen und sich im Alltag unkompliziert befestigen lassen. Einfach irgendetwas ungefähr Passendes vor die Scheibe zu klemmen, war nicht unser Plan.
Bei einem Freund hatten wir gesehen, wie unbefriedigend eine nicht richtig passende Lösung sein kann. Besonders die lange, flach stehende Windschutzscheibe unseres Ford Transit Custom macht es nicht leichter. Bei der Suche landeten wir schließlich bei Project Camper. Im Video nehmen wir euch von der Auswahl im Shop bis zum ersten Anbringen der Matten mit.
Selbst gekauft und aus eigener Erfahrung
Wir haben die Thermomatten selbst bezahlt. Für das Video gab es weder ein Sponsoring noch eine entsprechende Vereinbarung mit Project Camper. Unsere Empfehlung beruht auf der Bestellung, dem persönlichen Kontakt und inzwischen auch auf dem Einsatz während unserer Portugalreise.
Bestellen: Das Fahrzeugmodell allein reicht nicht
Im Shop wählen wir zuerst unser Fahrzeug aus. Danach geht es Schritt für Schritt um die einzelnen Scheiben. Für uns ist das wichtig, weil Henry kein rundum verglaster Serien-Campingbus ist. Hinten an den Seiten gibt es keine Fenster, während wir in der Mitte nachgerüstete Scheiben haben.
Im Video zeigt Andreas die farblich gegliederten Bereiche des Konfigurators: Fahrerhaus, mittlere und hintere Seitenscheiben sowie Heck. Am Anfang muss man sich kurz orientieren. Danach hilft die Einteilung dabei, nicht versehentlich die falschen Matten zusammenzustellen.
Entscheidend sind die Details: Ist die Karosserie sichtbar oder der Fensterrahmen verkleidet? Gibt es ein Ausstellfenster? Welche Spiegel- und Kameragehäuse müssen ausgespart werden? Genau solche Unterschiede erklären, warum eine Matte für dasselbe Fahrzeugmodell trotzdem nicht zu jeder Ausstattung passen muss.
Wir haben uns für ein zurückhaltendes graues Dekor innen und Schwarz auf der Außenseite entschieden. Das passt für uns zum Fahrzeug und zum Ausbau. Es gibt auch auffälligere Designs, aber bei unserer Verdunklung wollten wir es bewusst schlicht halten.
Die Heckscheibe war noch nicht vermessen
An der Heckscheibe kamen wir mit der Auswahl nicht einfach weiter. Unsere Kombination aus Heckscheibenwischer, Kamera für den digitalen Rückspiegel und unverkleidetem Bereich rund um die Scheibe war damals noch nicht als passende Schablone hinterlegt.
Statt auf gut Glück etwas zu bestellen, hat Andreas bei Project Camper angerufen und mit Erik aus der Technik gesprochen. Daraus wurde die Einladung, mit Henry vorbeizukommen. So konnte die Scheibe direkt am Fahrzeug vermessen werden, und Project Camper bekam zugleich eine Vorlage für diese Ausstattungskombination.
Für uns wurde daraus ein kleiner Ausflug nach Hamburg mit einer Übernachtung auf einem Campingplatz im grünen Umland. Im Video erzählt Andreas auch von seinem Besuch beim Unternehmen: nette Menschen, eine gut ausgestattete Halle und vor allem jemand, der sich Zeit für das konkrete Problem genommen hat.
In Hamburg entstand die passende Schablone
Erik hat die Heckscheibe zunächst mit einer Papierschablone genau aufgenommen. Anschließend wurde die Vorlage digitalisiert und über den Plotter erneut auf Papier ausgeschnitten. Diese Fassung kam wieder ans Fahrzeug, wurde kontrolliert und dort korrigiert, wo es nötig war.
Gerade dieser Ablauf hat uns gefallen. Es ging nicht darum, einmal grob den Umriss abzuzeichnen und zu hoffen, dass es schon passen würde. Die Schablone wurde direkt mit den tatsächlichen Gegebenheiten in Henry abgeglichen.
Eine eigene Schablone hätten wir vermutlich auch anfertigen können. Für uns war die Fahrt aber die angenehmere Lösung: Die Leute, die später die Matte herstellen, konnten selbst sehen, wo die Kamera sitzt und wie die Scheibe eingefasst ist. Wer eine ungewöhnliche Fenster- oder Verkleidungskombination hat, sollte deshalb zuerst den Kontakt suchen, statt die nächstähnliche Variante auszuwählen.
Seitenscheiben: anlegen, ausrichten, fertig
Als die Matten ankamen, haben wir zuerst die Seitenscheiben ausprobiert. In Henry liegt an vielen Stellen noch Karosserieblech frei. Dort finden die eingenähten Magnete direkt Halt. Die Matte wird ausgerichtet und gegebenenfalls mit den vorgesehenen Laschen etwas hinter die Verkleidung geschoben.
Auch an unserem nachgerüsteten Carbest-Fenster passte die Form gut. Der kräftige Knauf war beim Anlegen kurz ein Thema, trotzdem ließ sich die Verdunklung passend schließen. Für uns ist gerade das der Unterschied zu einer universellen Matte: Sie berücksichtigt die Form des Fensters und den Platz drumherum.
Bei verkleideten Bereichen braucht es die passenden Gegenstücke für die Magnete. Welche Befestigung vorgesehen ist, hängt von der gewählten Scheibe und Ausstattung ab. Deshalb lohnt es sich, diese Angaben schon beim Bestellen sorgfältig durchzugehen.
Heck- und Frontscheibe: einmal vorbereiten, danach geht es schnell
Bei der Heckmatte war die Spannung natürlich besonders groß. Sie war schließlich eigens an Henry vermessen worden. Der Ausschnitt für die Kamera passte, und sogar die Kabelanschlüsse der Scheibenheizung waren berücksichtigt. An den vorgesehenen Stellen haben wir die mitgelieferten selbstklebenden Magnete ergänzt.
Die Windschutzscheibe war beim ersten Anbringen der aufwendigste Teil. Sie ist groß und sehr flach, und im Fahrerhaus sitzen außerdem Spiegel und Kamera. Die eingearbeiteten Stäbe helfen dabei, die Matte in Form zu halten, statt sie durchhängen zu lassen.
Sobald die Gegenstücke angebracht sind, wird es deutlich einfacher: Matte einlegen, unten passend positionieren, oben an die Magnete drücken und die Ränder ausrichten. Im Video sieht man gut, wie viel schneller es nach dieser ersten Vorbereitung geht.
Unser kleiner Montagehinweis
Vor dem Aufkleben der Gegenstücke die Montageanleitung beachten und die vorgesehenen Flächen sorgfältig reinigen. Andreas hatte das an einer Stelle zunächst vergessen. Das mitgelieferte Reinigungsmaterial lag schon bereit. Ebenso wichtig ist es, die Positionen erst sauber auszurichten, bevor man alles endgültig festdrückt.
Dekore und passende Ausrüstung
Bei der Recherche begegnen uns auch DriveDressy, Apona Surf und BENT. Im Video geht es darum, wie sich Thermomatten optisch mit anderer Campingausrüstung kombinieren lassen. Wer bereits Sitzbezüge oder andere Textilien in einem bestimmten Design hat, kann sich die jeweils verfügbaren Dekore anschauen.
Für uns blieb es bei Grau und Schwarz. Wir möchten die Matten vor allem abends und nachts nutzen, damit niemand hineinschauen kann und wir es innen angenehm dunkel haben. Die Optik ist schön, aber die Passform und die Handhabung waren uns wichtiger.
Unser Fazit nach dem ersten Anbringen
Schon beim ersten Test waren wir von der Passform begeistert. Hier und da blitzte anfangs noch etwas Licht am Rand durch. Mit etwas Nachschieben und sauberem Ausrichten ließ sich das gut verbessern. Gerade die große Frontscheibe zeigte, wie hilfreich eine an das Fahrzeug angepasste Form ist.
Wir haben keine Temperaturmessung durchgeführt und wollen deshalb keine bestimmten Isolationswerte aus unserem Test ableiten. Für uns stehen die gute Verdunklung, der Sichtschutz und das einfache Anbringen im Vordergrund. Die Thermomatten sind inzwischen ein fester Teil unserer Campingausrüstung.
Auf der Portugalreise bestätigt
Wir hatten die Verdunklung inzwischen auf unserer Portugalreise im Einsatz und können sie zu 100 Prozent empfehlen. Die Matten passen zu unseren Scheiben und haben sich unterwegs bewährt. Der Aufwand mit der Vermessung in Hamburg hat sich für uns gelohnt: Wir haben genau die Lösung bekommen, die wir für Henry gesucht haben.

