Ein Dachfenster als Grundlage für unseren Innendurchstieg
Wir wollten vom Innenraum unseres Ford Transit Custom ins Dachzelt gelangen, ohne erst durch den Regen nach draußen und über die Leiter zu müssen. Bevor das Zelt montiert wurde, brauchten wir deshalb einen passenden Dachausschnitt. Unsere Grundlage dafür ist das MPK VisionStar L.
Die Dachhaube sollte zunächst ganz normal eingebaut werden. Später wollten wir ihre Haube für den Durchstieg abnehmen. Wenn das Dachzelt irgendwann wieder herunterkommt, bleibt die Möglichkeit, an dieser Stelle wieder ein reguläres Dachfenster zu nutzen.
Warum wir das MPK VisionStar L gewählt haben
Für uns zählte vor allem die nutzbare Öffnung. Das Ausschnittmaß von 700 × 500 mm ist nicht mit dem freien Durchgang gleichzusetzen: Rahmen und Mechanik nehmen einen Teil davon ein. Beim MPK gefiel mir der vergleichsweise schlanke Rahmen, der nach unserem geplanten Umbau wenig in den Durchgang hineinragen sollte.
Auch die flache Gestaltung passte zu unserem kleinen Bus. Innen ist jeder Zentimeter wertvoll. Den üblichen Innenrahmen wollten wir deshalb nicht einfach unter die spätere Deckenverkleidung setzen, sondern den Anschluss im Zuge des Durchstiegs passend ausarbeiten. Das ist eine Sonderlösung für unseren Ausbau, kein unveränderter Standardeinbau.
Ein wichtiger Unterschied zum Video: Eine lose Verbindung zum Dachzelt bedeutet nicht automatisch, dass ein Umbau ohne Prüfung zulässig ist. Dachausschnitt, Änderungen am Träger und die zweckentfremdete Nutzung als Durchstieg müssen mit den beteiligten Herstellern und gegebenenfalls einer Prüfstelle geklärt werden. Die MPK-Montageanleitung beschreibt die Nutzung als Dachhaube.
Erst die Position klären, dann den Holzrahmen bauen
Der Ausschnitt musste zum Fahrzeugdach, zu den Holmen, dem Rolling-Space-Träger und dem späteren Zelt passen. Dazu habe ich einen Holzrahmen vorbereitet. Seine Unterkante sollte mit den benachbarten Holmen abschließen, damit die spätere Deckenverkleidung sauber anschließen kann.
Im Video kürze ich außerdem einen Querträger des Dachträgers. Das ist eine Änderung an einer tragenden Konstruktion und keine allgemeine Freigabe zum Nachbauen. Ob und wie so etwas möglich ist, muss der Hersteller für den konkreten Aufbau beurteilen.
Am Holzrahmen waren kleine Ausnehmungen für die Befestigungsteile nötig. Der Rahmen sah dadurch nicht besonders elegant aus, erfüllte aber unsere geplante Anschlussgeometrie. Entscheidend ist eine tragfähige, ebene Auflage in der passenden Stärke.
Der erste Schnitt ins neue Auto
Nach dem Messen haben wir die Lage von innen nach außen übertragen und oben erneut kontrolliert. Dann wurde abgeklebt und mit der Stichsäge ausgeschnitten. So gelassen ich vorher getan hatte: Als es tatsächlich ans Blech ging, war ich genauso angespannt wie Sabine.
Wichtig sind die Maße und Eckradien der konkreten Anleitung. Auch Leitungen und Bauteile auf beiden Seiten müssen vorher ausgeschlossen werden. Wir haben mit einem Metallblatt gearbeitet und die Späne anschließend gründlich entfernt. Bei einem schon ausgebauten Fahrzeug müsste der Innenraum entsprechend geschützt werden.
Als die Haube probeweise in die Öffnung passte, war die Erleichterung groß. Der Rohbau war jetzt allerdings offen. Für solche Arbeiten braucht es einen geschützten Platz oder zumindest ein verlässliches Wetterfenster – unser Winterausbau im Freien machte die Sache nicht entspannter.
Schnittkante schützen und eine ebene Auflage schaffen
Die blanke Schnittkante bekam Rostschutz. Anschließend mussten wir vorne einen Höhenversatz ausgleichen, damit die Haube nicht auf einer unebenen Fläche verspannt wird. Ich habe im Video dafür einen selbst angefertigten Streifen aus PVC-Hartschaum verwendet.
Das ist eine individuelle Ausführung und keine pauschale Materialempfehlung. Ein Ausgleich muss dauerhaft druckfest, witterungsbeständig und mit Haube, Dach und Dichtstoff verträglich sein. Eine dicke Schicht Dichtmasse ersetzt keine geeignete Auflage.
Dichtmasse dichtet, die Befestigung hält
Wir haben DEKASEAL 8936 eingesetzt. Anders als meine lockere Formulierung „einkleben“ im Video vermuten lässt, ist das ein dauerplastischer Dichtstoff, kein tragender Konstruktionskleber. Die mechanische Befestigung der Haube bleibt erforderlich.
Die Kontaktflächen müssen sauber und materialverträglich vorbereitet werden. Einen beliebigen aggressiven Reiniger würde ich dafür nicht empfehlen. Das Dichtbett muss geschlossen sein, damit es keine offenen Wege für Wasser gibt.
Beim Festziehen zählt die passende Anleitung, nicht möglichst viel Kraft. MPK nennt für diese Haube maximal 0,5 Nm und verlangt geeignete Linsenkopfschrauben in zur Dachstärke passender Länge. Meine im Video verwendeten Senkkopfschrauben sollte man deshalb nicht als Empfehlung übernehmen.
Die Halter dürfen beim Anziehen nicht verformt werden. Innen sorgt der vorbereitete Rahmen für die notwendige Gegenlage. Die spätere Deckenverkleidung und der eigentliche Verschluss des Durchstiegs waren zu diesem Zeitpunkt noch ein eigener Arbeitsschritt.
Wasserprobe und unser erster Eindruck
Zum Schluss kam die Wasserprobe mit dem Schlauch. Innen haben wir den Anschluss mit Küchenpapier kontrolliert: Bei diesem Test blieb alles trocken. Das war eine große Erleichterung, ersetzt aber keine spätere Kontrolle der Befestigung und Dichtstellen.
Die stufenlose Verstellung der MPK-Haube gefiel uns, und auch der niedrige Aufbau passte zu Henry. Unser eigentlicher Zweck ging allerdings über das normale Dachfenster hinaus. Als Nächstes mussten Zeltboden, Befestigung und Durchstieg so zusammenkommen, dass aus der Idee ein brauchbarer Zugang wird.
