Warum wir eine klassische Kurbelmarkise gewählt haben
Henry war noch nicht fertig ausgebaut, aber erste Wochenenden waren schon möglich. Im Dachzelt konnten wir schlafen, Wasser ließ sich im Kanister mitnehmen und zum Kochen reichte zunächst der mobile Kocher. Was uns für den Aufenthalt draußen fehlte, war ein schnell verfügbarer Schutz über der Seite des Busses.
Ich hatte zuerst an eine 180-Grad-Markise gedacht. Sabine gefiel eine Lösung mit zusätzlichen Tüchern besser. Unser Kompromiss wurde die Fiamma F45s: eine klassische Kurbelmarkise, deren vordere Kederschiene später weitere Möglichkeiten bietet.
Dachzelt und Halter bestimmen die Montagehöhe
Für den Rolling-Space-Träger haben wir passende Adapter gewählt. Die hoch aufbauende Variante passte wegen unseres Dachzelts nicht. Wir wollten die Markise möglichst nah an der Plattform befestigen und gleichzeitig genügend Abstand zur Fahrzeugseite behalten.
Das klingt einfacher, als es bei unserem Aufbau war. Die vorgesehenen Stützbereiche der Markise passten nicht überall direkt zu den Querträgern. Dazu kam die außenliegende Gasfeder des Dachzelts. Umdrehen oder höher setzen löste deshalb nicht automatisch jedes Problem.
Im Video ändere ich Bohrungen und improvisiere Befestigungspunkte. Das ist keine bestätigte Montagevariante. Adapter, Stützpositionen und Verschraubungen müssen zu Markise und Dachträger passen und mit deren Herstellervorgaben abgeglichen werden. Die Fiamma-Unterlagen sind dafür der Ausgangspunkt.
Der Fehler, der Henry die erste Beule eingebracht hat
Nach dem ersten Einhängen war mir die endgültige Sicherung noch nicht klar. Die Markise hing bereits am Fahrzeug, während ich die Befestigung weiter vorbereiten wollte. Statt alles noch einmal sicher abzunehmen, versuchte ich, direkt am eingehängten Gehäuse zu bohren.
Das ging schief: Die Markise rutschte ab und beschädigte die Fahrzeugseite. Henry hatte seine erste ordentliche Beule. Im Video sieht man meinen Ärger darüber sehr deutlich. Das war kein Fehler, den ich auf das Produkt schieben wollte – ich hatte mir die sichere Zwischenphase nicht gut genug überlegt.
Beim zweiten Versuch erst markieren, dann abnehmen
Danach haben wir die Positionen markiert, die Markise wieder abgenommen und die nötigen Arbeiten unten erledigt. Erst anschließend wurde sie erneut eingehängt und endgültig gesichert. Die konkrete Ausführung muss trotzdem zur Anleitung des verwendeten Haltersatzes gehören.
Vor allem braucht es während der Montage eine zuverlässige Unterstützung. Ein nur eingehängtes schweres Bauteil ist nicht automatisch gegen Abrutschen gesichert. Aus den Kommentaren kam dazu viel Verständnis, aber auch der richtige Hinweis: Solche Arbeiten macht man besser mit dauerhafter Hilfe.
Auch die Schäden am Gehäuse und an den Haltern müssen nach einem Sturz beurteilt werden. Dass sich eine Markise anschließend noch auskurbeln lässt, reicht nicht aus, um ihre sichere Verwendung festzustellen.
Was uns bei der ersten Bedienung gefallen hat
Nach der Montage konnten wir die F45s zum ersten Mal ausfahren. Die Bedienung der Stützbeine gefiel uns besser als an unserer bisherigen Wohnwagenmarkise. Das ist unser Vergleich der vorhandenen Modelle, kein Urteil über sämtliche Systeme von Fiamma oder Thule.
Das helle Tuch machte den Bereich angenehm. Wie viel Schatten tatsächlich entsteht, hängt aber von der Sonnenhöhe ab – bei tief stehender Sonne hilft eine Markise allein nur begrenzt. Die Kederschiene vorn war für unsere Idee mit ergänzenden Tüchern interessant.
Abstützung, Wetter und Dachlast mitdenken
Die Stützbeine und ihre Befestigung müssen nach Vorgabe genutzt werden. Saugnäpfe oder Magnete sind keine beliebige gleichwertige Alternative zu vorgesehenen Wandhaltern. Auch solche Zubehörteile brauchen eine passende Freigabe und Belastbarkeit.
Eine Markise ist kein Schutz für jedes Wetter. Bei Wind, starkem Regen und unbeaufsichtigtem Fahrzeug gelten die Bedienungshinweise des Herstellers. Träger, Dachzelt, Markise und weiteres Zubehör zählen außerdem gemeinsam zur Fahrzeugdachlast. Die Frage danach in den Kommentaren ist berechtigt; aus der Trägertragfähigkeit allein lässt sich unsere zulässige Dachlast nicht ableiten.
Unser Fazit: Die Markise passt, der Umweg war unnötig
Die Entscheidung für eine klassische Kurbelmarkise passte zu unseren Wünschen. Wir konnten sie schnell öffnen und hatten die Möglichkeit für spätere Ergänzungen. Mit dem Ergebnis haben wir uns draußen gleich wohler gefühlt.
Den Montagefehler hätte ich mir und Henry gern erspart. Die wichtigste Erfahrung ist deshalb nicht ein raffinierter Bohrtrick, sondern eine vernünftig geplante Montage mit sicher abgestütztem Bauteil, passender Anleitung und Hilfe. So sollte die erste Beule zumindest nicht noch einmal entstehen.
