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Historischer Platz mit Fachwerkhäusern in La Alberca
Reisebericht · September 2026

Fachwerk, Schinken und der kleinste Stellplatz der Reise

Portugal-Roadtrip 2026 · Teil 6

Historischer Platz mit Fachwerkhäusern in La Alberca
25.09.–26.09.2026Reisezeit
2 TageUnterwegs mit Henry
Andreas & SabineMit Kalle

Unsere Rückreise beginnt zwischen Olivenbäumen und führt nach La Alberca mit Fachwerk, Ibérico-Schinken und freilaufenden Schweinen. In Zarautz wartet anschließend ein winziger Stellplatz mit riesiger Aussicht.

25.–26. September 2026

Mit dem Abschied von unseren Freunden begann die Rückreise – eilig hatten wir es trotzdem nicht. Zwei Tage, zwei völlig unterschiedliche Orte: La Alberca in der spanischen Sierra de Francia mit Fachwerk, freilaufenden Schweinen und Schinken an jeder Decke, danach Zarautz an der baskischen Küste, wo uns die vermutlich kleinste Parzelle der Reise und eine riesige Aussicht erwarteten.

Abschied und Fahrt in die Sierra de Francia

Am 25. September verabschiedeten wir uns zwischen den Olivenbäumen von Anke und Fabian. Die beiden fuhren weiter Richtung Süden die Küste entlang, sie hatten ein paar Urlaubstage mehr als wir. Für uns begann die Rückreise. Bis nach Hause war es noch weit, und wir wollten die Strecke gemütlich in mehreren Etappen fahren. Erstes Ziel: La Alberca in der spanischen Sierra de Francia.

Schon die Anreise war wunderschön: Berge, weite Ausblicke, Wälder und kaum Verkehr. Kurz vor La Alberca sahen wir dann die Tiere, für die die Region berühmt ist: Schweine, die frei zwischen Stein- und Korkeichen herumliefen und unter den Bäumen nach Eicheln suchten. Wir waren mitten in der Dehesa angekommen, jener offenen Weidelandschaft, in der sich Wiesen und lichte Eichenwälder abwechseln.

La Alberca: Fachwerk und Schinken an jeder Decke

La Alberca entpuppte sich als lustiges und zugleich wunderschönes Bergstädtchen. Enge Gassen, unzählige alte Häuser aus Stein, Holz und Fachwerk, deren obere Stockwerke so weit über die Straße ragen, dass sie sich beinahe gegenseitig zu stützen scheinen. La Alberca war der erste ländliche Ort Spaniens, der als nationales historisches Denkmal unter Schutz gestellt wurde – beim Gang durch die Gassen versteht man sofort, warum.

Gefühlt gab es hier allerdings noch mehr Schinken als Fachwerkhäuser. In jedem zweiten Laden hingen Dutzende Keulen von der Decke, darunter Wurst, Käse und regionale Spezialitäten. Nach den Schweinen unter den Eichen ergab das plötzlich alles Sinn. Natürlich gingen wir nicht ohne eigenen Schinken.

Ibérico, Bellota und Duroc

Was wir da eigentlich gekauft hatten, klärten wir anschließend mit unserem digitalen Reisebegleiter. Ibérico bezeichnet zunächst die iberische Schweinerasse. Bellota heißt Eichel und steht für die Spitzenqualität: Die Schweine leben in der letzten Mastphase frei in der Dehesa und fressen vor allem Eicheln. Nicht jeder Ibérico ist also ein Bellota.

Außerdem stellten wir fest, dass auch Duroc-Schinken in unserer Tüte gelandet war. Duroc ist eine ganz andere Schweinerasse mit ebenfalls kräftigem, schön marmoriertem Fleisch. Für uns war der Unterschied an diesem Tag eher theoretisch: Geschmeckt hat beides.

Körbe und Süßes

Neben Schinken gibt es in La Alberca viel traditionelles Kunsthandwerk; vor den Läden stapelten sich geflochtene Körbe in allen Größen. Dazwischen Geschäfte voller regionaler Süßigkeiten: Turrón, dünne Oblaten, kleines Gebäck und Honig aus der Sierra.

Klein, eigenwillig, traditionsreich und ein bisschen aus der Zeit gefallen: genau unsere Art von Ort – mit der vermutlich höchsten Schinkendichte der ganzen Reise.

Zarautz: winzige Parzelle, riesige Aussicht

Am nächsten Tag ging es weiter nach Norden, zurück an die baskische Küste. Am Abend standen wir auf dem Gran Camping Zarautz, hoch oben auf der Klippe am Talaimendi. Die Lage ist spektakulär: Unter uns lagen der Golfplatz, der Ort und die weite Bucht mit dem rund 2,5 Kilometer langen Strand, dem längsten der baskischen Küste.

Schon bei der Ankunft war klar, dass hier etwas los war: Der Platz war bis in den letzten Winkel voll. Eigentlich galten mindestens zwei Nächte, für unseren kleinen Henry fand die Rezeption aber doch noch eine Lücke für eine Nacht. Und mit Lücke meinen wir Lücke: vermutlich der kleinste Stellplatz, auf dem wir je übernachtet haben, eingerahmt von auffällig vielen deutschen Campern.

Ein Duathlon mitten über den Campingplatz

Den Grund für den Trubel fanden wir schnell heraus. Auf und um den Hügel lief ein Sportwettkampf, dessen Strecke direkt über den Campingplatz führte. Erst hielten wir es für einen Biathlon, aber niemand schoss und niemand fuhr Ski. Laufen und Radfahren – also wohl eher ein Duathlon. Mit Absperrungen, Musik, Ansagen und vielen Zuschauern war die Stimmung so gut, dass wir über eine Stunde am Rand standen.

Zwischen Golfplatz, Strand und Steilküste

Am Abend liefen wir ein Stück Richtung Zarautz. Ein gut ausgebauter Weg führt einige hundert Meter den Berg hinunter, mit immer neuen Aussichtspunkten auf Meer und Bucht. Bis in den Ort gingen wir nicht, denn der liegt noch ein gutes Stück hinter dem Fuß der Klippe, zwischen Strand und Golfplatz. Auf halber Höhe genossen wir lieber noch einmal die Aussicht.

Von oben sah man gut, warum Zarautz bei Surfern so beliebt ist: Der lange Strand mit seiner gleichmäßigen Dünung eignet sich für Anfänger wie Fortgeschrittene, und gleich mehrere Surfschulen sind hier zu Hause. Auch auf dem Campingplatz wohnten viele Surfer, die morgens und abends mit dem Brett hinunter in die Bucht zogen.

Großartig oder furchtbar?

Bei der Bewertung des Platzes waren wir hin- und hergerissen. Einerseits: Restaurant, kleiner Supermarkt, schöne Sanitärgebäude, saubere Toiletten und eine Lage, die kaum zu übertreffen ist. Andererseits: winzige, dicht an dicht gestellte Parzellen, und zwischen Dauercampern und Urlaubern blieb kaum ein freier Meter. Wir schwankten ständig zwischen „Was für ein toller Platz!“ und „Hier bleiben wir keine zweite Nacht.“

Gitarrenklänge zum Tagesabschluss

Versöhnt hat uns schließlich ein älterer Spanier, der direkt gegenüber sein Dauerdomizil hatte. Am Abend griff er zur Gitarre. Wir öffneten eine Flasche Wein, machten es uns auf unserer winzigen Parzelle gemütlich und hörten zu. Trotz Enge und Trubel wurde es ein wunderbar entspannter Abend. Am nächsten Morgen ging es weiter, zurück in die Pyrenäen.

Die ganze Reise

Unsere Portugalreise im Überblick.

Die vollständige Route vom 10. September bis 1. Oktober 2026 mit allen Reiseabschnitten in Lesereihenfolge.

Die Karten werden von OpenStreetMap bereitgestellt.

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