Überwachungskamera im Wohnmobil oder Wohnwagen: Reolink E1 und Go PT Ultra im Test

Unser Zeugs

Immer wenn wir „Henry“, unseren Camper, für ein paar Stunden allein lassen – zum Einkaufen, für eine Wanderung oder einfach eine Radtour – hatten wir früher dieses kleine mulmige Gefühl: Ist alles okay da drin? Genau deshalb haben wir uns zwei Überwachungskameras von Reolink genauer angeschaut: die kompakte Reolink E1 für den Innenraum und die Reolink Go PT Ultra, die komplett ohne WLAN übers Mobilfunknetz funktioniert.

Im Video zeigen wir euch, wie wir beide Kameras installiert, in der Reolink App eingerichtet haben und was sie im Alltag wirklich bringen. Spoiler vorweg: Beide laufen über dieselbe App, eignen sich aber für ganz unterschiedliche Situationen.

Warum eine Überwachungskamera im Wohnmobil oder Wohnwagen?

Der Auslöser war eigentlich ganz simpel: Wir wollten unterwegs jederzeit einen Blick in den Camper werfen können, ohne extra eine fest verbaute Alarmanlage einzubauen. Ob beim Einkaufen, auf einer Wanderung oder wenn wir mal spontan losradeln – mit einer Kamera sehen wir sofort, ob im Innenraum alles in Ordnung ist.

Auch mit Hund an Bord ist das ein Thema, das uns oft von euch gefragt wird: Schläft der Hund entspannt, oder wird er unruhig? Wichtig ist uns dabei zu sagen: Eine Kamera ersetzt keine Temperaturüberwachung und ist erst recht kein Freifahrtschein, einen Hund bei ungeeigneten Temperaturen allein im Fahrzeug zu lassen.

Je nach Modell erkennen die Kameras außerdem Bewegungen und schicken uns eine Push-Benachrichtigung aufs Handy. Aufnahmen lassen sich lokal auf einer microSD-Karte speichern – ein kostenpflichtiges Cloud-Abo ist also nicht zwingend nötig.

Für unseren Test haben wir zwei unterschiedliche Lösungen ausprobiert:

  • die Reolink E1 als kompakte WLAN-Kamera für den Innenraum

  • die Reolink Go PT Ultra mit eigener 4G-Mobilfunkverbindung

Reolink E1: Kleine WLAN-Kamera für den Innenraum

Angefangen haben wir mit der Reolink E1. Die kleine Kamera ist für den Innenraum gedacht und braucht Strom sowie eine WLAN-Verbindung.

Was uns sofort gefallen hat: Durch die kompakte Bauform fällt sie im Camper kaum auf. Und weil sich der Kamerakopf per App drehen und neigen lässt, deckt schon eine einzige Kamera einen großen Teil des Innenraums ab.

Die Einrichtung ging bei uns überraschend schnell: Kamera einschalten, in der Reolink App hinzufügen, mit dem WLAN verbinden – fertig. In unserem Camper „Henry“ nutzen wir einen fest eingebauten Mobilfunkrouter, mit dem sich die E1 verbindet. Dadurch ist sie auch unterwegs übers Internet erreichbar.

Technische Merkmale der Reolink E1

Je nach aktueller Modellversion bietet die Reolink E1 unter anderem folgende Funktionen:

  • kompakte Überwachungskamera für Innenräume

  • Verbindung über WLAN

  • schwenk- und neigbarer Kamerakopf

  • Steuerung direkt über die Reolink App

  • Live-Ansicht auf dem Smartphone

  • Bewegungserkennung

  • automatische Benachrichtigungen bei erkannten Bewegungen

  • Nachtsicht für Aufnahmen bei Dunkelheit

  • integriertes Mikrofon und Lautsprecher

  • Gegensprechfunktion

  • lokale Speicherung auf einer microSD-Karte

Besonders praktisch finden wir die Schwenk- und Neigefunktion: Per App verändern wir den Blickwinkel und behalten so unterschiedliche Bereiche im Camper im Blick. Welche Bewegungsmeldungen wir bekommen wollen, stellen wir uns individuell in der App ein.

Die Reolink App: Livebild, Steuerung und Aufnahmen

Nach der Einrichtung läuft bei uns fast alles über die Reolink App. Über die Live-Ansicht sehen wir jederzeit, was gerade im Wohnmobil oder Wohnwagen los ist, und können den Kamerakopf direkt über die eingeblendeten Bedienelemente bewegen.

Je nach Kamera und Einstellung stehen uns unter anderem diese Funktionen zur Verfügung:

  • Livebild der Kamera

  • Schwenken und Neigen

  • Änderung der Bildqualität

  • Aktivierung des Tons

  • Gegensprechfunktion

  • manuelle Foto- und Videoaufnahmen

  • Wiedergabe gespeicherter Ereignisse

  • Einstellung der Bewegungserkennung und Benachrichtigungen

Aufnahmen speichern wir lokal auf einer microSD-Karte in der Kamera – die Daten bleiben also bei uns, ein Cloud-Speicher ist nicht zwingend erforderlich.

Für wen eignet sich die Reolink E1?

Aus unserer Erfahrung ist die Reolink E1 eine schöne, unkomplizierte Lösung, wenn im Camper schon ein WLAN vorhanden ist – zum Beispiel über einen fest eingebauten 4G- oder 5G-Router, oder auch über einen mobilen WLAN-Router.

Was uns überzeugt hat: die kompakte Bauform und die einfache Einrichtung. Strom anschließen, mit dem WLAN verbinden, über die App einrichten – das war’s.

Eine wichtige Einschränkung gibt es aber: Ohne WLAN beziehungsweise Internetverbindung funktioniert kein Fernzugriff auf die Kamera. Wer kein eigenes WLAN im Camper hat, braucht also eine andere Lösung – und genau da kommt die zweite Kamera ins Spiel.

Reolink Go PT Ultra: Überwachung auch ohne WLAN

Die Reolink Go PT Ultra war für uns die spannendere Kamera, weil sie komplett ohne WLAN auskommt. Sie hat ein eigenes Mobilfunkmodul und verbindet sich über eine eingelegte SIM-Karte direkt mit dem 4G-Netz.

Das macht sie besonders interessant für Wohnmobile, Wohnwagen oder Stellplätze ohne eigenes WLAN. Sie braucht lediglich Mobilfunkempfang und eine passende Nano-SIM-Karte mit Datentarif – dann ist sie unabhängig von jedem Router über die Reolink App erreichbar.

Die Bildqualität hat uns positiv überrascht: Die Go PT Ultra löst mit bis zu 4K beziehungsweise 8 Megapixeln auf. Der Kamerakopf lässt sich um bis zu 355 Grad schwenken und um bis zu 140 Grad neigen – damit deckt sie einen wirklich großen Bereich ab.

Vor der Installation: SIM-PIN deaktivieren

Ein Tipp aus unserer eigenen Einrichtung: Bevor die SIM-Karte in die Kamera kommt, sollte man die PIN-Abfrage deaktivieren. Dafür haben wir die SIM-Karte kurz in ein Smartphone gesteckt und in den Einstellungen (meist unter Sicherheit oder Mobilfunk) die PIN-Abfrage abgeschaltet. Nach einem Neustart des Smartphones prüfen wir, ob wirklich keine PIN mehr verlangt wird – erst dann kommt die SIM-Karte in die Kamera.

Für die Go PT Ultra braucht man eine Nano-SIM-Karte mit passendem Datentarif. Wie viel Datenvolumen tatsächlich verbraucht wird, hängt davon ab, wie oft man das Livebild aufruft, wie viele Ereignisse übertragen werden und welche Bildqualität eingestellt ist.

Installation der Reolink Go PT Ultra

Nach dem Deaktivieren der PIN haben wir die Nano-SIM-Karte eingesetzt und zusätzlich eine microSD-Karte ergänzt, auf der die Kamera erkannte Ereignisse direkt vor Ort speichert (laut Hersteller bis zu 128 GB). Danach die Kamera einschalten, in der Reolink App hinzufügen – fertig. Die Verbindung läuft jetzt komplett über das Mobilfunknetz, ein WLAN-Router wird nicht gebraucht.

Das macht die Kamera richtig flexibel: Wir könnten sie im Innenraum nutzen, aber genauso gut einen Bereich außerhalb des Fahrzeugs im Blick behalten.

Technische Merkmale der Reolink Go PT Ultra

  • 4K-Auflösung mit 8 Megapixeln (bis 3.840 × 2.160 Pixel)

  • Verbindung über 3G/4G LTE, kein WLAN erforderlich

  • Nano-SIM-Karte notwendig

  • integrierter Akku, Aufladen über USB-C

  • optionaler Betrieb mit Reolink Solarpanel

  • bis zu 355 Grad horizontal schwenkbar, bis zu 140 Grad neigbar

  • Personen-, Fahrzeug- und Tiererkennung per PIR-Bewegungssensor

  • Schwarz-Weiß-Nachtsicht und farbige Nachtsicht über integrierte Scheinwerfer

  • integriertes Mikrofon, Lautsprecher und Gegensprechfunktion

  • Push-Benachrichtigungen und integrierte Sirene

  • lokale Speicherung auf microSD-Karte bis 128 GB

  • wettergeschütztes Gehäuse nach IP64

Was uns besonders gefällt: Die Kamera unterscheidet zwischen Personen, Fahrzeugen und Tieren, statt bei jeder Bewegung Alarm zu schlagen – das spart eine Menge unnötige Benachrichtigungen. Dank Akku braucht sie keine dauerhafte Stromversorgung, wobei die Laufzeit stark davon abhängt, wie oft man das Livebild abruft, wie häufig Bewegungen erkannt werden und wie gut der Mobilfunkempfang ist. Optional lässt sie sich mit einem Solarpanel koppeln.

Reolink E1 oder Go PT Ultra: Welche Kamera eignet sich besser für den Camper?

Für uns hängt die Antwort vor allem davon ab, ob im Wohnmobil oder Wohnwagen schon ein eigenes WLAN vorhanden ist.

Reolink E1 – gut geeignet für:

  • den Innenraum von Wohnmobil oder Wohnwagen

  • Camper mit vorhandenem WLAN

  • dauerhafte Stromversorgung

  • Überwachung des Innenraums, z. B. mit Haustier an Bord

Reolink Go PT Ultra – gut geeignet für:

  • Camper ohne eigenes WLAN

  • autarken Betrieb rein über Mobilfunk

  • flexible Einsatzorte, innen wie geschützt außen

  • Wohnwagen auf dem Campingplatz

  • Überwachung auch bei ausgeschaltetem Camper-Router

Unser erstes Fazit

Beide Reolink-Kameras laufen über dieselbe App, verfolgen aber ein unterschiedliches Konzept. Die Reolink E1 ist klein, schnell eingerichtet und für den Innenraum völlig ausreichend – solange im Camper eine WLAN-Verbindung zur Verfügung steht.

Die Reolink Go PT Ultra ist die deutlich unabhängigere Variante: Durch die eigene SIM-Karte braucht sie keinen zusätzlichen Router und funktioniert damit auch dort, wo kein WLAN vorhanden ist. Akku und die Solarpanel-Option machen sie zusätzlich flexibel.

Unser Rat: Habt ihr schon einen WLAN-Router im Camper, ist die kompakte und günstige Reolink E1 eine gute Wahl. Wollt ihr unabhängig von WLAN bleiben, ist die Reolink Go PT Ultra die flexiblere 4G-Lösung für Wohnmobil und Wohnwagen.

Im Video zeigen wir euch die Installation beider Kameras Schritt für Schritt und probieren die wichtigsten Funktionen direkt in Henry aus.

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