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Kranz unterwegs
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Nachmittagslicht über Strand und Dünen am Atlantik
Reisebericht · September 2026

Atlantiktage
am Cap Ferret.

Portugal-Roadtrip 2026 · Teil 2

Sabine und Andreas auf der Dune du Pilat mit dem Bassin im Hintergrund
13.09.–16.09.2026Reisezeit
4 TageUnterwegs mit Henry
Andreas & SabineMit Kalle

Nach den Weinbergen zieht es uns ans Meer. Wir finden unseren Glücksplatz unter den Pinien von Le Truc Vert, erkunden L’Herbe und Cap Ferret und staunen auf der Dune du Pilat. Zum Abschluss geht es weiter an die baskische Küste nach Saint-Jean-de-Luz.

Unser Video

Unsere Reiseetappe.
Im Video.

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13.–16. September 2026

Ein Glücksfall unter Pinien

Am 13. September ließen wir Saint-Émilion hinter uns und fuhren über Bordeaux auf die Halbinsel Lège-Cap-Ferret. Für drei Nächte wollten wir bleiben, denn am Montag mussten wir beide arbeiten. Unsere erste Wahl war Les Pastourelles in Claouey. Die Rezeption hatte Mittagspause, der Platz wirkte voll, und außerdem lag er am Bassin d’Arcachon statt am offenen Atlantik. Wir sahen uns lieber noch ein wenig weiter um.

So fanden wir Camping Le Truc Vert. Ein riesiges Gelände mitten im Pinienwald, wenige Gehminuten vom Atlantik entfernt. Um unseren Stellplatz herum war so viel frei, dass wir uns beinahe allein im Wald fühlten. Tatsächlich war der Platz durchaus besucht; durch seine Größe verlief sich das nur wunderbar.

Uns gefiel auch die Mischung der Fahrzeuge: selbst ausgebaute Bullis, alte LTs, Geländewagen, 4×4-Camper und jede Menge Surfer. Schon ein Spaziergang über den Platz war spannend. Locker, naturnah und angenehm ungezwungen – genau unsere Art von Campingplatz.

Noch am Nachmittag liefen wir durch den Wald und über die Dünen zum Meer. Mit Blick auf den Atlantik in einer Strandbar anzukommen, fühlte sich nach den ersten Fahrtagen großartig an. Zu Kalle gehört dabei eine ehrliche Ergänzung: Hunde waren am Strand offiziell nicht erlaubt. Dass wir andere Hunde sahen und ihn damals ebenfalls mitnahmen, macht daraus keine Empfehlung. Prüft die örtlichen Regeln für euren Besuch.

Ein Arbeitstag gehört auch zur Reise

Der 14. September war für uns ein ganz normaler Arbeitstag – nur eben unter Pinien. Aus dem Stellplatz wurde ein mobiles Büro. Während wir am Laptop saßen, lief auf dem Campingplatz unsere Wäsche durch die Maschine. Es gab auch einen kleinen Supermarkt und eine Bar, sodass wir für diesen Reisealltag gut versorgt waren.

Für ein Video ist so ein Tag nicht unbedingt aufregend. Für unsere Art zu reisen gehört er dazu. Wir können nicht wochenlang alles liegen lassen, möchten aber trotzdem länger unterwegs sein. Ein Arbeitsplatz wenige Minuten vom Atlantik entfernt hilft sehr dabei, beides miteinander zu verbinden. Im zweiten Video erzählen wir zu Beginn des Ausflugs davon, dass wir am Vortag gearbeitet haben.

L’Herbe: kleine Hütten und große Austernliebe

Am 15. September wollten wir die Halbinsel erkunden. Da unsere Fahrräder zu Hause geblieben waren, fuhren wir mit Henry nach L’Herbe. Zuerst besuchten wir die Chapelle Sainte-Marie-du-Cap, auch als Kapelle der Villa Algérienne bekannt. Ihr orientalisch anmutender Stil ist hier an der Atlantikküste ein ziemlich überraschender Anblick.

Anschließend gingen wir durch das Austernzüchterviertel. Dicht aneinandergebaute kleine Hütten, schmale Wege, bunte Fassaden und dahinter das Bassin d’Arcachon: Uns gefiel diese Mischung sofort. Es ist ein Ort, durch den man nicht einfach hindurchfährt, sondern zu Fuß schlendert und immer wieder stehen bleibt.

An den Austernbars saßen die Leute mit Weißwein und frischen Austern direkt am Wasser. Das sah wunderbar aus. Für uns blieb es beim Zuschauen: Austern haben wir schon probiert und brauchen es kein zweites Mal. Auch ohne sie zu essen war L’Herbe für uns einer der schönsten Stopps auf der Halbinsel.

Ein Cap, das sich versteckt, und Kunst im Bunker

Danach wollten wir zur eigentlichen Spitze des Cap Ferret. Wir hatten uns das einfach vorgestellt: hinfahren, aussteigen, Aussicht genießen. Nur lagen zwischen uns und dem erwarteten Blick geschützte Dünen und Wege, die ganz woanders hinführten. An einem Schild mit weiteren 4,2 Kilometern bis zum nächsten Strand kehrten wir schließlich um. Das Cap war da – richtig gesehen hatten wir es trotzdem nicht.

Beim Leuchtturm ging es weiter. Hinauf stiegen wir nicht: Er war bei unserem Besuch bereits geschlossen, und mit Sabines Knie wären die vielen Stufen ohnehin keine besonders gute Idee gewesen. Den Rundumblick von oben können wir euch deshalb aus eigener Erfahrung nicht beschreiben.

Dafür entdeckten wir direkt daneben den Blockhaus du Phare. In dem ehemaligen deutschen Weltkriegsbunker befand sich die Licht-, Ton- und Kunstinstallation Moments Phare. Moderne Kunst in einem alten Militärbau, gleich neben einem Leuchtturm: Mit dieser Kombination hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.

Dune du Pilat: sehr viel mehr als ein Haufen Sand

Gegen 16:30 Uhr kamen wir an der Dune du Pilat an. Andreas hatte sie vorher schon aus der Ferne gesehen und ungefähr als „Hügelsand“ abgehakt. Vor Ort mussten wir diese Einschätzung ziemlich schnell zurücknehmen.

Wir stellten Henry auf dem offiziellen Besucherparkplatz ab. Der Zugang zur Düne selbst war kostenlos; für den Parkplatz bezahlten wir nach unserer Erinnerung ungefähr neun Euro. Das ist eine Erinnerung an unseren Besuch und kein aktueller Tarif. Vor dem Aufstieg führt der Weg durch einen Bereich mit Gastronomie und Souvenirläden. Erst hatten wir Sorge, in einer riesigen Touristenveranstaltung gelandet zu sein. Hinter diesem Bereich änderte sich der Eindruck vollständig.

Schon die Treppe nach oben war anstrengend. Auf den Stufen lag teilweise Sand, was das Gehen nicht leichter machte. Oben angekommen war das aber sofort vergessen: auf der einen Seite Wälder, auf der anderen Atlantik, Bassin d’Arcachon und der Blick hinüber zum Cap Ferret. So viel Sand und diese Weite hatten wir noch nie erlebt.

Die vielen Menschen verteilten sich oben erstaunlich gut. Wir liefen herum, blieben stehen und schauten einfach. Die ganze Düne entlangzugehen wäre im tiefen Sand deutlich mehr Arbeit gewesen; uns reichten ein bis zwei Stunden, um diesen besonderen Ort auf uns wirken zu lassen.

Runter nahmen wir einen seitlichen Weg durch den Sand. Das ließ sich für uns besser gehen als die teilweise versandete Treppe. Welche Wege bei einem späteren Besuch offen und gut nutzbar sind, kann sich verändern. Sand nahmen wir jedenfalls reichlich mit – trotz ausgeklopfter Schuhe fanden wir noch Tage später welchen im Camper. Unser Urteil war eindeutig: kein beliebiger Sandhügel, sondern ein echtes Reisehighlight.

Der Thermomix hatte nichts gesagt

Zurück auf dem Campingplatz bereitete Andreas Salat und Würstchen zu. Zwei Dinge gleichzeitig waren an diesem Abend offenbar eines zu viel: Während der Salat Aufmerksamkeit bekam, wurden die Würstchen ziemlich dunkel. Sabines trockener Kommentar: „Der Thermomix hat nicht gesagt, du sollst umdrehen.“ Viel mehr muss man zu unseren Kochkünsten an diesem Tag vermutlich nicht ergänzen.

Weiter nach Saint-Jean-de-Luz

Am 16. September verließen wir Le Truc Vert in Richtung Baskenland. Saint-Jean-de-Luz hatten uns die netten MORELO-Reisenden vom Weingut empfohlen. Die Küste rund um Biarritz und Saint-Jean-de-Luz war allerdings auch Mitte September noch ausgesprochen voll. Unter diesen Umständen sprang der Funke bei uns zunächst nicht so richtig über.

Der schön gelegene Camping municipal Chibau Berria auf der Klippe war ausgebucht. Unsere spontane Anfrage hatte dort keine Chance. Man schickte uns weiter zum Camping Plage Soubelet im Quartier Acotz. Auch dort war kaum noch etwas frei; ganz hinten fand sich schließlich eine kleine Lücke für Henry. Nach der Suche waren wir froh, überhaupt untergekommen zu sein.

Stellplätze am Abend auf Camping Plage Soubelet

Am Abend liefen wir zur Plage de Mayarco. Ein paar Surfer nutzten die letzten Wellen, und wir saßen in der Bibam Bar beim Abendessen mit Blick auf den Atlantik. Ein versöhnlicher Abschluss nach einer ziemlich ernüchternden Stellplatzsuche. Das letzte Kapitel unseres zweiten Videos zeigt diesen Stopp bereits.

Die volle Küste gab unserer Reise eine neue Richtung. Statt weiter am Meer entlangzufahren, beschlossen wir, am nächsten Morgen ins baskische Landesinnere abzubiegen. Ainhoa, die Pyrenäenpässe und Saint-Jean-Pied-de-Port warteten schon – aber das ist die nächste Etappe.

Die ganze Reise

Unsere Portugalreise
im Überblick.

Die vollständige Route vom 10. September bis 1. Oktober 2026. Links findet ihr die bisherigen Reiseberichte in Lesereihenfolge.

Die Karten werden von OpenStreetMap bereitgestellt.

Alle 33 Reisestationen

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Aufgezeichnete Abschnitte · Verbindungen bei Datenlücken
Die GPS-Aufzeichnung beginnt am 13. September. Die Karte ergänzt die früheren Reisestationen; Verbindungen bei Datenlücken sind schematisch und keine straßengenaue Navigation.

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