🚐 Ford Transit Custom / VW T7 Camper Van richtig dĂ€mmen – geht das ĂŒberhaupt?

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Camper richtig dĂ€mmen – Theorie, Kondenswasser & unsere Lösung im Ford Transit Custom / VW T7

Ein Camper ist kein Haus.
Er ist ein dĂŒnnwandiger Blechkasten mit riesigen Temperaturunterschieden – und genau deshalb ist DĂ€mmung hier ein besonders spannendes Thema.

Bevor wir euch zeigen, wie wir unseren Ford Transit Custom gedÀmmt haben, schauen wir uns erstmal die Grundlagen an:

  • Was bedeutet eigentlich U-Wert?

  • Was sind WĂ€rmebrĂŒcken?

  • Und warum ist Kondenswasser im Van das eigentliche Problem?

Die Grundlagen: U-Wert, WĂ€rmeleitung & WĂ€rmebrĂŒcken

Was ist der U-Wert?

Der U-Wert (WĂ€rmedurchgangskoeffizient) beschreibt, wie viel WĂ€rme durch ein Bauteil nach außen verloren geht.

  • Hoher U-Wert = schlechte DĂ€mmung
  • Niedriger U-Wert = gute DĂ€mmung

1 mm Fahrzeugblech hat praktisch keine dÀmmende Wirkung.
Das bedeutet: Ohne DĂ€mmung nimmt dein Van sofort Außentemperatur an.

Beispiel:

  • Außen: 0 °C
  • Innen: 20 °C
  • UngedĂ€mmtes Blech → massive WĂ€rmeverluste
  • GedĂ€mmte FlĂ€che (z. B. 19 mm Elastomerschaum) → deutlich geringerer Energieverlust

WĂ€rmeleitung im Camper

WĂ€rme bewegt sich immer von warm nach kalt.

Im Van passiert das:

  • ĂŒber das Außenblech
  • ĂŒber Holme
  • ĂŒber Schraubpunkte
  • ĂŒber Möbelbefestigungen

Und genau hier kommen wir zum nÀchsten Problem.

Kondenswasser – das wahre Problem im Camper

WĂ€rmeverlust ist das eine.
Feuchtigkeit ist das eigentliche Risiko.

Warum?

Weil wir im Van stÀndig Feuchtigkeit produzieren:

  • Atmen (bis zu 1 Liter pro Person pro Nacht!)
  • Kochen
  • Nasse Kleidung
  • Kalte Außenluft

Warme Luft kann viel Feuchtigkeit speichern.
Trifft sie auf eine kalte OberflÀche, fÀllt diese Feuchtigkeit als Wasser aus.

👉 Das nennt man Taupunktunterschreitung.

Im Van passiert das typischerweise:

  • an schlecht gedĂ€mmten Holmen
  • hinter Verkleidungen
  • in HohlrĂ€umen
  • an Schraubpunkten

Und genau dort entsteht dann:

  • Rost
  • Schimmel
  • muffiger Geruch
  • langfristige SchĂ€den an der Karosserie

Das Problem: Du siehst es nicht.

Warum „ein bisschen DĂ€mmung“ oft nicht reicht

Viele dĂ€mmen nur zwischen den Holmen direkt aufs Außenblech.

Das Problem:

  • Die Holme bleiben kalt
  • Hinter Verkleidungen entstehen HohlrĂ€ume
  • Luft kann zirkulieren
  • Feuchtigkeit sammelt sich

Physikalisch betrachtet entstehen hier lokale Taupunkte.

Warum wir unseren Van komplett â€žĂŒber alles“ gedĂ€mmt haben

Bei unserem Ford Transit Custom standen wir vor einem Problem:

Man kommt konstruktionsbedingt nicht ĂŒberall direkt auf das Außenblech.

Also haben wir uns gefragt:

👉 Versuchen wir jede einzelne Stelle zu treffen?
👉 Oder schaffen wir eine geschlossene thermische HĂŒlle?

Wir haben uns fĂŒr Variante 2 entschieden.

Unser Ansatz: Geschlossene DĂ€mmhĂŒlle

Wir haben:

  • alle Bauteile geschlossen ĂŒberdĂ€mmt
  • Holme mit einbezogen
  • möglichst luftdicht gearbeitet
  • Fugen sauber verklebt

Ziel:
Eine möglichst gleichmĂ€ĂŸige InnenoberflĂ€che schaffen,
die keine extrem kalten Punkte zulÀsst.

Weniger Temperaturunterschiede = weniger Taupunktprobleme.

Nachteile:
Man muss die HohlrĂ€ume hinter der DĂ€mmung wirklich luftdicht verschließen, um Tauwasser in den HohlrĂ€umen zu vermeiden. Außerdem verliert man Platz. 

Die TĂŒren – bewusst pragmatisch gelöst

Heckklappe und SchiebetĂŒr haben wir direkt auf dem Außenblech gedĂ€mmt – soweit wir gut herangekommen sind.
Den unteren Bereich (ca. 7 cm) haben wir bewusst freigelassen.

Warum?

TĂŒren sind konstruktiv so aufgebaut, dass dort immer Feuchtigkeit entsteht:

  • Regenwasser gelangt ĂŒber Dichtungen hinein
  • Kondenswasser bildet sich bei Temperaturunterschieden
  • Wasser muss unten wieder ablaufen können

Diese AblĂ€ufe dĂŒrfen auf keinen Fall verschlossen werden – sonst drohen Korrosion und eingeschlossene Feuchtigkeit.

Im Gegensatz zu den SeitenwĂ€nden haben wir hier keine geschlossene DĂ€mmhĂŒlle umgesetzt.
Bei TĂŒren spielen Beweglichkeit, Wartungszugang und WasserfĂŒhrung eine grĂ¶ĂŸere Rolle als maximale DĂ€mmwirkung.

SpĂ€ter kommt wieder die gefilzte TĂŒrverkleidung drauf – optisch sauber, technisch sinnvoll.

TĂŒren werden nie so perfekt gedĂ€mmt sein wie feste WandflĂ€chen – und das ist völlig in Ordnung.
Hier ist eine durchdachte, funktionierende Lösung wichtiger als theoretische Perfektion.

Ist das die perfekte Lösung?

Perfekt gibt es im Vanbau nicht.

Aber fĂŒr uns war entscheidend:

  • möglichst wenig offene HohlrĂ€ume
  • keine großen Luftzirkulationen hinter der DĂ€mmung
  • Reduzierung von Kondenswasser
  • gleichmĂ€ĂŸigeres Raumklima

Und genau das erklĂ€rt auch, warum wir nicht „klassisch“ gedĂ€mmt haben.

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